Reden & Zitate

Aufgelistet sind wichtige Reden, Zitate und Aussagen von Personen aus Politik und Gesellschaft zum Bürgerschaftlichen Engagement, zu Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und Zivilgesellschaft. Die Vorstellung der Zitate erfolgt in alphabetischer Reihenfolge nach den Namen ihrer Urheber mit deren Position zum Zeitpunkt des Zitats.

 

▼ Ilse Aigner, Bundeslandwirtschaftsministerin
▼ Dr. Günther Beckstein, Bayerischer Ministerpräsident
▼ Michael Bürsch, Vorsitzender des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement (UABE) des Deutschen Bundestags
▼ Dr. Andreas Frank, Leiter des Referats Bürgerschaftliches Engagement im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen
▼ Alois Glück, Präsident des Bayerischen Landtages
▼ Dr. Michael Griesbeck, Vizepräsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge
▼ Christine Haderthauer, Bayerische Familienministerin
▼ Josef Hecken, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium
▼ Jürgen W. Heike, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen
▼ Gerd Hoofe, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium
▼ Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz
▼ Horst Köhler, Bundespräsident
▼ Jutta Limbach, Präsidentin von Goetheinstitut/Inter Nationes 2003
▼ Gert Lindemann, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
▼ Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin, Parteivorsitzende der CDU
▼ Peter Müller, Ministerpräsident des Saarlandes
▼ Matthias Platzeck, Ministerpräsident von Brandenburg
▼ Karin Rademacher, MdB
▼ Dr. Dr. h.c. Johannes Rau, Alt-Bundespräsident †
▼ Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit
▼ Dr. Werner Schnappauf, Bayerischer Staatsminister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
▼ Gerhard Schröder, Bundeskanzler
▼ Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
▼ Horst Seehofer, Bayerischer Ministerpräsident
▼ Eberhard Sinner, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister
▼ Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags
▼ Peer Steinbrück, Bundesfinanzminister
▼ Christa Stewens, Bayerische Staatsministerin
▼ Dr. Edmund Stoiber, Bayerischer Ministerpräsident
▼ Dr. Hilmar Sturm, Institut für Verbandsforschung an der TU München
▼ Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales
▼ Dr. Guido Westerwelle, Parteivorsitzender FDP
▼ Christian Wulff, Bundespräsident


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Ilse Aigner

Bundeslandwirtschaftsministerin

Aus der Rede zur Eröffnung des 23. Bundeswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft", am 17.8.2010:

"Mit dem Wettbewerb zeichnen wir nicht nur Dörfer aus, sondern auch die engagierten Menschen, die dort leben. Bürgerinnen und Bürger die über den eigenen Tellerrand schauen und Verantwortung übernehmen – beispielsweise in Vereinen, bei der Freiwilligen Feuerwehr oder im Ehrenamt. Denn ehrenamtliches Engagement ist für das Leben in unseren Dörfern von unschätzbarem Wert."


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Dr. Günther Beckstein

Bayerischer Ministerpräsident

Aus der Rede beim Tag des Ehrenamts im Handwerk, Bayreuth, 28.7.2008:

"Bürgerschaftliches Engagement ist bei uns in Bayern größer als anderswo. Mehr als ein Drittel der Menschen in Bayern sind freiwillig tätig. Dieses enorme Potenzial könnte der Staat nie und nimmer ausgleichen. Ehrenamtliches Engagement gehört zum Rückgrat unserer Gesellschaft. Es sorgt für Zusammenhalt und Heimatbewusstsein. Es ermöglicht eine breite Vereins-, Verbands- und Innungsstruktur. Dadurch werden viele Bürgerinnen und Bürger erreicht, angesprochen und eingebunden in ein gesamtgesellschaftliches Wirken. Ehrenamt ist Eigeninitiative und Eigenverantwortung. Das sind wesensverwandte Tugenden zum Handwerk.
Die Ehrenamtlichen beweisen immer wieder: Nicht die Ellenbogen sind unser wichtigster Körperteil, sondern Herz und Verstand! Sie alle wissen, dass es eine große Freude ist, wenn man den Erfolg seiner Bemühungen sieht. Das Wissen, etwas Gutes, etwas Wichtiges geleistet zu haben - das ist die Hauptmotivation für freiwilliges Tun. Das kann man durch Geld nicht aufwiegen. Ehrenamtlich Tätige ziehen ihren Lohn aus der Aufgabe selbst und aus dem gemeinschaftlichen Engagement für andere. Vor diesem unentgeltlichen Bemühen muss die Gesellschaft ihren Hut ziehen. Wir, die Menschen in diesem Land, sind dankbar, dass es noch so viel Bürgersinn gibt."

Aus der Rede zur Eröffnungsveranstaltung der Initiative "Stifterland Bayern" , München, 27.3.2008 :

"Der Freistaat Bayern ist mit seinen knapp 3.000 Stiftungen eines der reichsten Stiftungsländer Deutschlands. Hinzu kommen noch einige tausend kirchliche Stiftungen unter kirchlicher Aufsicht, die ebenfalls gemeinnützig sind. Alleine im vergangenen Jahr sind in Bayern 222 neue Stiftungen als rechtsfähig anerkannt worden. Das sind 40 Prozent mehr als im Jahr davor. Wir dürfen zu Recht von einem wahren Stiftungsboom sprechen.
Bürgerschaftliches Engagement ist das Rückgrat unserer Gesellschaft. Mehr als ein Drittel der Menschen in Bayern sind freiwillig tätig. Ob durch Stiftungen oder in Vereinen und Verbänden, ob im wissenschaftlichen, sozialen, künstlerischen, kulturellen oder sportlichen Bereich, ob im Bereich der Bildung oder in der Natur- und Heimatpflege - unser Land lebt von diesem freiwilligen Einsatz und der Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Gerade die steigende Zahl der Bürgerstiftungen belegt das eindrucksvoll. Seit der Gründung der ersten deutschen Bürgerstiftungen 1996 in Gütersloh gibt es in Deutschland mittlerweile rund 10.000 Stifterinnen und Stifter, die sich mit ihrem Stiftungskapital in mehr als 150 Bürgerstiftungen vor Ort einbringen. Damit ist die Gruppe der Stifter in Bürgerstiftungen eine der größten Stiftergruppen überhaupt. Neben dem monetären Kapital kommt ein ideelles dazu. Die Stifterinnen und Stifter leisten jährlich rund 200.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden in den Stiftungen zum Wohl der Allgemeinheit.
In Bayern gibt es rund 25 Bürgerstiftungen. Hier wird Bürgersinn und bürgerschaftliches Engagement lebendig. Ich wünsche mir, dass diese Beispiele in unserem Land noch viele Nachahmer finden. Es kommt auf jede und auf jeden an! Unter dieses Leitmotiv habe ich auch meine Regierungserklärung gestellt, denn ich bin überzeugt: Wir alle tragen Verantwortung für die Gestaltung unserer Gesellschaft."

Aus der Regierungserklärung, 15.11.2007, Bayerischer Landtag:

"Gemeinsam für Bayerns Zukunft heißt: Die Bürger aktiv am Gemeinwesen beteiligen.
Wir wollen, dass sich möglichst viele Bürger mit ihren Ideen, ihrer Kreativität und ihrem Können in unser Gemeinwesen einbringen. Viele Bereiche unserer Gesellschaft sind ohne das Mitwirken unserer Bürgerinnen und Bürger gar nicht denkbar. Das gilt insbesondere für das kulturelle und soziale Gesicht Bayerns."

"Gemeinsam für Bayerns Zukunft heißt: Die Bürger am politischen Prozess beteiligen.
Vielfach wird Politikverdrossenheit und eine Teilung der Gesellschaft in "die da oben" und "die da unten" beklagt. Deshalb möchte ich Bürger am politischen Entscheidungsprozess beteiligen. Ich werde daher ein Bürgergutachten auf den Weg bringen, damit die Meinung der Bürger genauso in politische Entscheidungen über Zukunftsfragen Bayerns einfließen kann wie die Meinung von Politikern, Wissenschaftlern und anderen Experten."

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Michael Bürsch

Vorsitzender des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement (UABE) des Deutschen Bundestags

Aus der Sitzung des UABE, 17.6.2009:

"Dank einer Vielzahl von Eingaben und Anfragen haben wir ein Politikfeld namens Engagementpolitik begründet und im Bundestag etabliert. Das ist ein Quantensprung für die Arbeit dieses Ausschusses."

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Dr. Andreas Frank

Leiter des Referats Bürgerschaftliches Engagement im Bayerischen Sozialministerium

Auf der Fachtagung zum Thema "Ehrenamtliches Engagement im kulturellen Bereich" im Bayerischen Landtag, 26.10.2009:

"Vor einer Reaktion auf die gesellschaftlichen Veränderungen muss man sich Gedanken über die Aufgabenverteilung machen: Der Staat kann nur die Rahmenbedingungen schaffen, um das Potenzial zu aktivieren. Ideen und Initiativen müssen von der Basis kommen. Wenn der Nachwuchs fürs Ehrenamt ausbleibt, muss man sich überlegen, welche Angebote gemacht werden können, um die Aufgaben im Ehrenamt wieder attraktiv und interessant zu machen."


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Alois Glück

Präsident des Bayerischen Landtages

Aus der Rede zur Verleihung des Bürgerkulturpreises des Bayerischen Landtags, 7.12.2007:

"Mit Blick auf die demografische Entwicklung und die damit verbundenen gesellschaftlichen bzw. gesellschaftspolitischen Herausforderungen ist es notwendig, neue Formen der Nachbarschaftshilfe und des bürgerschaftlichen Engagements aufzubauen."

Rede im Rahmen einer Fachtagung der Konrad-Adenauer-Stiftung: "Gemeinschaftsaufgabe Bürgergesellschaft - Plädoyer für Verantwortung und Subsidiarität", 23.11.2001

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Dr. Michael Griesbeck

Vizepräsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge

"Bürgerschaftliches Engagement - ein Motor für die Integration von Zuwanderern", Statement zum "Tag der Integration", 24.9.2006, Nürnberger Rathaus. (pdf-Datei, 0,1 MB)


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Christine Haderthauer

Bayerische Familienministerin

Zur ARD-Themenwoche "Ist doch Ehrensache! Wie Menschen sich für die Gesellschaft engagieren", 8.5.2009:

"Ehrenamtliche beweisen immer wieder mit Herz, Hand und Verstand wie wichtig sie sind. Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich für Andere einsetzen, schaffen ein großes soziales Netzwerk und leisten einen wesentlichen Beitrag zu einem menschlichen, wertebewussten Miteinander in unserer Gemeinschaft. Das verdient besondere Wertschätzung. Tag für Tag sind sie für andere da, trainieren Kinder in Sportvereinen, engagieren sich in Nachbarschaftshilfen, betreuen hilfsbedürftige Menschen in Heimen, rücken nachts aus zu Einsätzen von Feuerwehr und Rettungsdiensten, sind unentbehrlich bei Kirchen und karitativen Trägern, ohne das dies immer groß thematisiert wird. Meist außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung helfen sie direkt und wirksam."
"Ehrenamtliche haben sich Dank und Anerkennung mehr als verdient, doch damit wollen wir es nicht bewenden lassen. Der Staat - wir alle haben eine Fürsorgepflicht für unsere 3,8 Millionen Freiwilligen im Lande. Hier hat Bayern mit der Bayerischen Ehrenamtsversicherung Zeichen gesetzt. Dadurch sind ehrenamtlich Tätige in ihren Funktionen geschützt, sei es wenn sie einen Schaden verursachen oder ihnen selbst bei ihrem Engagement etwas passiert. Diese Versicherung bedarf keines eigenen Antrags und der Freistaat übernimmt hierfür die Beiträge."

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Josef Hecken

Staatssekretär im Bundesfamilienministerium

Anlässlich der Auszeichnung von Freiwilligenagenturen mit dem Qualitätssiegel der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa) durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 18.2.2010:

"Bereits ein Drittel aller Deutschen engagiert sich ehrenamtlich, ein weiteres Drittel möchte sich engagieren. Moderne Freiwilligenagenturen müssen kompetente Anlaufstellen mit passgenauen Angeboten sein für alle, die sich engagieren möchten."
"Wir brauchen einfache Zugangswege ins bürgerschaftliche Engagement, verlässliche Ansprechpartner, innovative Ideen und gute Strukturen, damit wir auch die Menschen erreichen, die wir bislang nicht erreichen konnten. Freiwilligenagenturen mit dem Siegel haben dies erkannt."

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Jürgen W. Heike

Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen

Grußwort zur Verleihung der "SeniorenEhrenamtsKarte" (seneka), Modellprojekt "Erfahrungswissen für Initiativen" - EFI, 7.4.2004, Mühldorf 

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Gerd Hoofe

Staatssekretär im Bundesfamilienministerium

Zum Start von "Freiwilligendienste machen kompetent", einem Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für benachteiligte Jugendliche, 24.9.2007:

"Die Freiwilligendienste bieten den Jugendlichen die Gelegenheit, sich selbst einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und ihre Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Das freiwillige Engagement nützt nicht nur den Freiwilligen selbst, sondern ist auch positiv für den sozialen Zusammenhalt. Die Mitarbeit in sozialen, ökologischen und kulturellen Einrichtungen fördert ihre persönliche Entwicklung, ermöglicht wichtige Erfahrungen und bietet neue Kontakte. Die Freiwilligen erwerben so Fähigkeiten, die als Schlüsselkompetenzen auch am Arbeitsmarkt gefragt sind."

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Prof. Beate Jessel

Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz

Beim Dialogforum "Ehrenamt und Naturschutz" im Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011, 18.2.2011, Bonn 

"Ohne die Unterstützung von Freiwilligen wäre der Naturschutz in Deutschland weniger leistungsfähig. Es gäbe keine Roten Listen gefährdeter Arten und kein bundesweites Vogelmonitoring. Unser Wissen über Verbreitung und Bestandsentwicklung von Arten wäre nur spärlich. Ehrenamtlich erhobene Daten bilden die Basis für effiziente Naturschutzmaßnahmen - und zwingen Behörden und Politik dazu, sich mit aktuellen Entwicklungen der biologischen Vielfalt auseinander zu setzen. Gerade in Zeiten knapper Finanzen muss aber auch darauf geachtet werden, dass aufgrund knapper Ressourcen nicht zunehmend staatliche Aufgaben ins Ehrenamt abgeschoben werden."

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Horst Köhler

Bundespräsident

Aus der Berliner Rede, 17.6.2008:

"Denn die Bürgergesellschaft schafft auf vielfältige Weise Zusammenhalt, wie ihn Staat und Verwaltung nie und nimmer organisieren können. Das zeigen so eindrucksvolle Beispiele wie das 'Cadolzburger Modell' und die 'Videogruppe SFA'. In Cadolzburg helfen Senioren jungen Schülern, oft mit Migrationsgeschichte, die ihren Hauptschulabschluss zu verpassen drohen. Sie bilden Tandems mit den jungen Leuten, treffen sich wöchentlich mit ihnen, hören sich Sorgen an, geben Rat und sind einfach da. Inzwischen sind 250 Coaches an 20 Schulen in Mittelfranken im Einsatz. Sie erreichen, worum sich die Lehrerschaft und das Jugendamt oft vergeblich bemühen: Die Jugendlichen fassen Vertrauen, entwickeln Selbstbewusstsein, und dann geht es auch in der Schule wieder viel besser." 

"Noch bessere Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement und gutes Miteinander könnten auch die Städte und Gemeinden bieten - vorausgesetzt, sie bekommen die nötigen Entscheidungsspielräume und Gelder dafür. Wir brauchen viele attraktive Orte und Institutionen, vom Jugendfreizeitzentrum bis zum öffentlichen Sportplatz, an denen Menschen aus unterschiedlichen Milieus und mit unterschiedlichen Erfahrungen gern zusammenkommen. Wir sollten dazu gezielt auch und gerade diejenigen ermutigen, die abseits stehen - sei es, weil sie sich ausgeschlossen fühlen, zum Beispiel weil sie derzeit keine Arbeit haben; sei es, weil sie sich womöglich zu fein dafür geworden sind."

"Schließlich: Es sollte viel mehr Jubel und Anerkennung geben - vom Blumenstrauß in der Gemeinderatssitzung bis zum Ehrenplatz bei einer Aufführung des Stadttheaters - Jubel und Anerkennung für alle, die sich engagieren und etwas auf die Beine bringen, was dem guten Miteinander dient. Das alles stärkt unsere Bürgergesellschaft und hilft dadurch mit, unsere Vielfalt zu verbinden zu einem guten Ganzen.
Und darum gehört auch die Vitalisierung unserer Demokratie, der Sozialen Marktwirtschaft und der Bürgergesellschaft auf die Agenda 2020."
(Berliner Rede 2008 als pdf-Datei, 0,15 MB)

Ansprache zur Auftaktveranstaltung der Woche des Bürgerschaftlichen Engagements, 15.9.2006, Berlin. (pdf-Datei, 0,01 MB)

Ansprache zur Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 4.10.2004, Berlin. (pdf-Datei, 0,01 MB)

Aus der Antrittsrede, 1.7.2004, Deutscher Bundestag: "Wir können in Deutschland vieles möglich machen"

"Auch im sozialen Bereich brauchen wir noch Ideen, Ideen wie die der Berliner Stadtmission. Diese hat vor fünf Jahren gemeinsam mit privaten Spendern und Firmen das 'Zentrum Lehrter Straße' gegründet. Eine Anlaufstation für Wohnungslose und Strafgefangene ist dort entstanden, ein Jugendgästehaus und gesellschaftliches Forum zugleich. Ohne auf den Staat zu warten, haben sich hier Bürger zusammengeschlossen, um anderen Bürgern in Not tatkräftig zu helfen. Sie waren mutig, kreativ, risikobereit. Sie haben nicht gewartet. Solche Beispiele gibt es noch mehr in Deutschland und wir brauchen auch noch mehr. Auch das sind Ideen 'Made in Germany' auch das lässt mich hoffen und macht mich zuversichtlich."


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Jutta Limbach

Präsidentin von Goetheinstitut/Inter Nationes 2003

"Demokratie ist auf allen Ebenen beschwerlich, auf der staatlichen wie auf der gesellschaftlichen. Wir sind erst dabei, eine bürgerschaftliche Tradition zu begründen. Die Aufgabe, eine Kultur von Bürgersinn und Bürgerinitiative zu fördern, lässt sich gut mit dem Auftrag der Bundes- und Landeszentralen für politische Bildung verbinden. Auch die privaten wie politischen Stiftungen machen es sich mehr und mehr zur Pflicht, tatwillige Bürger und Bürgerinnen über Möglichkeiten und Formen eines von ihnen geplanten gesellschaftlichen Engagements zu informieren. Eine Fibel über Wege, Instrumente, Ausdrucks- und Assoziationsformen dürfte der Einstieg sein. Freiwilligenagenturen, die Menschen Angebote machen, die sich engagieren wollen, leisten bereits wertvolle Hilfe. Wahrscheinlich wird es bald das Berufsbild eines Beraters für Bürgerinitiativen geben." 
(Aus: Die Demokratie und ihre Bürger, C.H. Beck 2003, S. 150 f.)

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Gert Lindemann

Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Anlässlich der Konferenz von OECD und BMELV "Innovative Daseinsvorsorge: den Herausforderungen für ländliche Räume begegnen", 3./ 4.4.2008:

"Die wirtschaftliche und soziale Situation und die Entwicklung ländlicher Räume sind höchst unterschiedlich: Der Königsweg lautet: Maßgeschneiderte Lösungen für jede Region."
Konkret bedeute dies: "Ländliche Räume brauchen eine zeitgemäße, moderne Technik, Infrastruktur und Daseinsvorsorge: Dazu gehören die schnelle Vollversorgung mit Breitbandtechnologie ebenso wie die Gewährleistung eines flächendeckenden Schulsystems, der Ausbau von Kindertageseinrichtungen und der Tagespflege, eine wohnortnahe Infrastruktur der Altenhilfe und Behindertenhilfe sowie die Stärkung des sozialen Zusammenhalts durch Bürgergesellschaftliches Engagement, Ehrenamt und generationenübergreifende Freiwilligendienste."

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Dr. Angela Merkel

Bundeskanzlerin, Parteivorsitzende der CDU

Aus der Rede anlässlich des Empfangs für Ehrenamtliche "Gemeinsam geht's - Menschen helfen Menschen" am 5.4.2011:

„Ehrenamt erfordert natürlich Vieles. Wenn man in einer Sonntagsrede darüber spricht, kann man sagen, dass das ein schönes Engagement für andere ist. Das Ehrenamt erfordert aber auch Ausdauer, es erfordert Verlässlichkeit. (...) Es bedarf einiger Netzwerke und es bedarf bestimmter Strukturen. Gerade die Netzwerke haben sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Deswegen muss Ehrenamt im 21. Jahrhundert auch darauf eingehen. Es ist eben so, dass Netzwerke, die es früher gab – die Großfamilien zum Beispiel –, oft nicht mehr existieren. (...) Nun ist es bei aller Freiwilligkeit aber natürlich so, dass wir uns als Staat nicht zurückziehen können. Man kann eine Atmosphäre schaffen, in der Ehrenamt Spaß macht, man kann aber auch eine Atmosphäre schaffen, in der sich diejenigen, die ehrenamtlich tätig sind, ausgenutzt fühlen. Die Gratwanderung dazwischen ist sehr, sehr schmal. Deshalb ist es ganz wichtig, dass wir Expertise sammeln und dass wir mit Ihnen immer wieder ins Gespräch kommen. Denn nach meiner festen Überzeugung kann unsere Gesellschaft, in der die Soziale Marktwirtschaft die tragende Säule ist, nicht funktionieren, ohne dass Ehrenamt und Professionalität Hand in Hand gehen.“

„Wir müssen uns aber immer wieder vor Augen halten: Wenn wir alles professionalisieren müssten, wäre unsere Gesellschaft sehr viel schlechter dran. Deshalb sind wir auch immer wieder auf das Zusammenwirken von Arbeitgebern, von Kommunen und von Freiwilligen angewiesen. Wenn der ökonomische Druck der einzige Faktor wäre, der in einer globalisierten Welt zählt, dann würde Rationalisierung dazu führen, dass wir all diese Arten von Engagement nicht mehr hätten. Deshalb ist eine der ganz großen Herausforderungen, vor denen die Politik steht, das rechte Maß zu finden. Dabei geht es natürlich auch darum, mithalten zu können. Wir können den Arbeitgebern nicht auf der einen Seite sagen, dass es uns nicht interessiert, unter welchem Wettbewerbsdruck sie stehen, und sie auf der anderen Seite ermutigen, dafür zu sorgen, dass das, was unsere Gesellschaft so lebenswert macht, auch weiter gelebt werden kann.“
 
„Einige haben sich – das ist auch heute in der Diskussion deutlich geworden – mehr Unterstützung und Beratung für ihr Ehrenamt gewünscht, zum Beispiel vonseiten der Freiwilligenagenturen. Ich glaube, dass wir noch viel mehr Menschen gewinnen könnten, wenn es mehr Beratung, mehr Unterstützung gäbe. Deshalb darf der Staat nicht denken, dass das Ehrenamt schon von alleine funktioniert, sondern der Staat sollte durchaus immer wieder Anlaufstellen bereithalten – egal auf welcher Ebene; auf Bundesebene, Länderebene, kommunaler Ebene –, in denen sich jemand, der etwas tun möchte, auch aufgehoben fühlt.“
 
„Sie, die Sie hier sitzen, sind neben den Millionen anderen, die sich ehrenamtlich engagieren, natürlich die besten Werbeträger – sozusagen Botschafter des Ehrenamts. Ihnen von Zeit zu Zeit Gehör zu verschaffen – im Internet, in der Regionalpresse, in der bundesweiten Presse –, halte ich für ganz wichtig.“

Aus dem Video-Podcast # 13/11 vom 2.4.2011 anlässlich des Empfangs "Gemeinsam geht's - Menschen helfen Menschen":

"Am nächsten Dienstag erwarte ich im Bundeskanzleramt 200 Gäste, auf die ich mich sehr freue. Sie sind bei uns stellvertretend für die Millionen Menschen in unserem Lande, die sich ehrenamtlich engagieren, zu Gast. Ich möchte mit meiner Einladung ganz bewusst ein Zeichen setzen. Denn diejenigen, die in unserem Lande ehrenamtlich tätig sind – sie fördern eine Haltung zu unserer Gesellschaft, die Toleranz ausdrückt, die für Respekt wirbt und die zeigt, dass es Spaß macht, sich für andere einzusetzen.

Durch ehrenamtlich Tätige – sei es in der Politik, in der Gesellschaft, im Sport, im sozialen Bereich –, durch diese Tätigkeit wird unsere Gesellschaft reicher. Und es wird etwas geleistet, was der Staat alleine nicht leisten kann. Es ist also ein Engagement für andere – oft für diejenigen, die Hilfe, Unterstützung brauchen, oft für junge Menschen und Kinder, oft für Ältere und diejenigen, die schon viel für unser Land geleistet haben.

Aber ehrenamtliche Tätigkeit ist auch eine Bereicherung für diejenigen, die diese Tätigkeit ausüben. Denn oft kann man Eigenschaften, Erfahrungen und Talente einbringen, die im Berufsleben nicht so zur Geltung kommen. Und man bereitet nicht nur anderen eine Freude, sondern sich selbst auch – weil man neben der beruflichenTätigkeit Erfolge sieht, die sonst nicht stattfinden würden. Die Bundesregierung möchte das Ehrenamt fördern, indem wir eine entsprechende gesetzliche Grundlage für bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt schaffen."

Aus der Rede anlässlich der Delegiertenversammlung des 28. Deutschen Feuerwehrtages, 11.6.2010, Leipzig:

"Es reicht nicht, wenn man sich immer nur der Bedeutung ehrenamtlicher Tätigkeiten erst dann bewusst wird, wenn sie einmal nicht mehr da sind. Nur eine Kultur des Gemeinsinns und der verantworteten Freiheit hält eine Gesellschaft lebendig."

Aus der Rede  zur Verleihung des "Förderpreises Aktive Bürgerschaft 2010" , 8.3.2010, Berlin:

"Nun ist es ja so: Wenn Politiker über bürgerschaftliches Engagement sprechen, dann muss man aufpassen – ich habe das in meiner Videobotschaft anlässlich dieses Förderpreises gesagt –, dass man nicht sagt: Na ja, der Staat hat es gern billig, ein bisschen preiswerter, einfacher. Aber braucht er sich nicht zu kümmern, vernachlässigt er seine Aufgaben. Deshalb sage ich gleich zu Beginn eindeutig: Es geht hier nicht um Entweder/Oder, sondern darum, dass der Staat seine Aufgaben erfüllt, wobei aber das gesellschaftliche Miteinander niemals so zufriedenstellend sein kann, wie es durch gemeinsames Engagement, durch Ehrenamt, durch bürgerschaftliches Engagement werden kann.
Es geht also um ein Miteinander. Es gibt auch Strukturen, die notwendig sind, um ein Miteinander überhaupt zu ermöglichen. Dennoch ist es so, dass ich heute danke dafür sage, dass sich so viele für dieses Engagement entschieden haben, Beispiele schaffen und anderen helfen und – davon bin ich überzeugt – auch für sich selbst eine große Bereicherung in dem, was sie tun, erfahren.
Eine freiheitliche Gesellschaft, die dem Einzelnen ja viele Rechte einräumt, braucht natürlich die Rücksicht und die Verantwortlichkeit des Einzelnen. Freiheit verstehen wir so, dass es immer auch eine Freiheit zu etwas ist – zur Verantwortung –, nicht eine Freiheit von etwas, wie es manchmal dramatisch missverstanden wird. Diese Freiheit zu etwas ist – so würde ich nach meinem Menschenverständnis sagen – dem Menschen immanent. Er möchte etwas tun. Diese Freiheit braucht natürlich Raum in einer Gesellschaft, um sich entfalten zu können.
 
Es ist auch so, dass wir immer wieder nachspüren: Woher kommt die Bereitschaft von Menschen, sich ehrenamtlich zu engagieren – ob im Sportverein, bei der Feuerwehr, im Musikverein, in Selbsthilfegruppen oder in Bürgerstiftungen? Ich will darauf verweisen, dass eine Denkschrift der 'Aktiven Bürgerschaft' den Titel 'In eigener Regie' trägt. Er verweist auf ein ganz wichtiges Motto des Ehrenamts, nämlich den Wunsch, selbst etwas gestalten und bestimmen zu können und diesen Wunsch so auszuleben, dass er in dem Bestreben, dabei anderen zu helfen, auch immer wieder zum Ursprung des bürgerlichen Engagements führt.
 
Die Entscheidung, in eigener Regie etwas zu tun, ist eine gar nicht so einfache Sache. Auf dem Kanapee zu sitzen, im Fernsehen das Elend und die Fehler der Wirklichkeit anzuschauen und anschließend darüber zu sprechen, dass das alles ja so nicht sein könne, aber dann doch wieder nur inaktiv zu verharren, ist die eine Möglichkeit. Die andere – sich zu engagieren – setzt voraus, dass ich mich für etwas entscheide. In der Vielfalt der Entscheidungsmöglichkeiten ist das gar nicht so einfach. Wenn ich diese Entscheidung für etwas getroffen habe, dann muss ich auch noch den Weg finden, wie ich sie umsetze. Dabei – so geht es mir jedenfalls, wo immer ich mich engagiert habe – merkt man ja erst, welch endliche Kraft jeder Einzelne hat und wie wichtig es ist, dass es viele sind, die etwas tun, damit unsere Gesellschaft insgesamt Gestalt, eine andere Gestalt annimmt."

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Peter Müller

Saarländischer Ministerpräsident

Aus einem Interview in "Aktive Bürgerschaft Aktuell" 3/2004:

"Ich vertrete seit vielen Jahren die Auffassung, dass wir in Deutschland die Gestaltung unseres Gemeinwesens wieder als eine kooperative Aufgabe von Bürgerinnen und Bürgern, gesellschaftlichen Organisationen, Wirtschaftsunternehmen und dem Staat begreifen und praktizieren müssen. Wir brauchen mehr private Initiativen, mehr Engagement und Verantwortung des Einzelnen. Und wir brauchen private Netzwerke und Kompetenzzentren, die in Theorie und Praxis am Aufbau der Bürgergesellschaft mitwirken."
"Es ist klar, dass die Politik die Bürgergesellschaft nicht von oben verordnen kann. Die Quelle für soziales Engagement liegt letztlich in den Herzen, Köpfen und Händen der Bürgerinnen und Bürger. Die Politik aber wird aus meiner Sicht zum einen gebraucht, um der Eigengestaltung durch die Bürger mehr Freiraum zu schaffen - und dabei gibt es noch viele ungenutzte Möglichkeiten. Zum anderen liegt es vor allem in der Hand der Politik, die Rahmenbedingungen und die Anreizstrukturen für bürgerschaftliches Engagement zu ermöglichen statt es zu verhindern. Wenn etwa eine Bürgergruppe eine Versammlung in der am Abend ungenutzten Schule durchführen will, dann darf dies nicht an der Frage der Schlüsselgewalt scheitern."
"Ich plädiere erstens für eine Stärkung der Selbstverantwortung. Es muss wieder deutlich werden, dass in einem Sozialstaat die persönliche Verantwortung auf Gegenseitigkeit eine wichtige Voraussetzung für Solidarität ist. Ich setze mich zweitens ein für eine Verbesserung der Bürgerbeteiligung im politischen Prozess und die Schaffung von Freiräumen für die Entwicklung von bürgerschaftlichem Engagement. Dazu gehört auch, dass die Bürgerinnen und Bürger mehr Mitwirkungsrechte erhalten - vor allem auf lokaler Ebene. Und ich sehe drittens die Notwendigkeit, bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen - nicht zuletzt durch öffentliche Anerkennung und Würdigung der Arbeit für das Gemeinwohl.
Nur wer sein Leben selbst in die Hand nimmt, sich selbst körperlich und geistig fit hält, hat einen moralischen Anspruch auf Unterstützung, wenn er alleine nicht mehr weiterkommt. Und nur wenn jeder für sich selbst das tut, was er kann, werden genügend Mittel frei, um denen zu helfen, die sich nicht alleine helfen können. Aus meiner Sicht ist die Übernahme der Selbstverantwortung die erste Bürgerpflicht. Erst dann, sozusagen in einem zweiten Schritt, wird soziales Engagement möglich. Und das beginnt bereits dort, wo man einen Blick hat für die kleinen Nöte seiner Mitmenschen und darauf reagiert. Die Bürgergesellschaft beginnt dort, wo einer dem anderen die Hand reicht. Es sind oft gerade die kleinen Gesten und Taten, die das Zusammenleben verbessern. Und noch eines: Wir würden gut daran tun, der Bürgergesellschaft die Schwere und das Pathos zunehmen. Für mich sind die besten Antriebsfedern für bürgerschaftliches Engagement die Freude am Leben, die Lust auf eine lebendige Gemeinschaft mit anderen Menschen und der Spaß am Gestalten der eigenen Lebenswelt."

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Matthias Platzeck

Ministerpräsident von Brandenburg

Aus dem Artikel "Schwierige Zeiten - Plädoyer für eine neue Sozialpolitik", FAZ, 6.11.2005:

"'Die Politik eines Staates sollte danach beurteilt werden, inwieweit sie Glück mehrt und Leid mindert', schreibt Richard Layard. Deshalb tun wir gut daran, uns über die Frage der Gerechtigkeit und ihre Bedingungen neue Gedanken zu machen. Meine aus der ostdeutschen Erfahrung seit 1989 gewonnene These lautet: Soziale Gerechtigkeit unter den Bedingungen des 21. Jahrhunderts ist vor allem eine Frage der Zugehörigkeit, des Mitmachens, der aktiven Beteiligung der Menschen an den Angelegenheiten ihres Gemeinwesens.
Gebraucht zu werden - das ist das Entscheidende. Denn gebraucht zu werden schafft Lebenssinn, sozialen Zusammenhang, das Empfinden von Glück. Jeder kennt das: Man packt gerne mit an, man hilft sich gegenseitig, man tut sich mit anderen zu gemeinsamen Zwecken zusammen. Und man empfindet Freude dabei - ganz einfach weil es gut tut, gebracht zu werden. Wo Bürgerinnen und Bürger handfest erleben, dass sie selbst ihr eigenes Gemeinwesen gestalten, da wenden sie sich auch dann nicht verbittert ab, wenn es schwierig wird. So gesehen müssen schwierige Zeiten eben keineswegs automatisch unglückliche Zeiten sein. Sie sind es für diejenigen nicht, die entschlossen darangehen, erkannte Probleme in den Griff zu bekommen. Schon deshalb werden wir daran arbeiten müssen, in Deutschland eine neue Grundhaltung des Zupackens zu entwickeln. Zupackende Menschen sind die glücklicheren Menschen."

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Karin Rademacher

MdB

Aus der Erklärung zum Internationalen Tag der Freiwilligenarbeit "Bürgerschaftliches Engagement fördern", 5.12.2000:

"Das bürgerschaftliche Engagement ist die 'Seele der Demokratie'. Zu unserem gesellschaftlichen Leitbild gehört der engagierte Bürger und die engagierte Bürgerin ebenso wie das engagierte Unternehmen. Solidarität, Bürgersinn und Zivilcourage sind für eine Gesellschaft wie die unsere, die auf Integration und Teilhabe gegründet ist, unverzichtbar. Eine starke solidarische Zivilgesellschaft kann gerade in den Zeiten des gesellschaftlichen Wandels das Gefühl der Zugehörigkeit und der Zusammengehörigkeit vermitteln.
Viele Bürgerinnen und Bürger sehen das ebenso und engagieren sich in klassischen Ehrenämtern, sozialen Initiativen und Selbsthilfegruppen. Viele notwendige, nützliche und kulturell wichtige Aktivitäten in unserer Gesellschaft wären ohne den Einsatz von Freiwilligen und Ehrenamtlichen gar nicht denkbar. Das gilt für Kirchen, Sportvereine, karitative Einrichtungen, Musik- und Theatergruppen, die freiwillige Feuerwehr, die Betreuung chronisch Kranker bis hin zu ehrenamtlichen Schiedsleuten und -richtern.
Für uns ist die Idee der Zivilgesellschaft eine wichtige Voraussetzung zur sozialen Teilhabe, ein Nährboden der Demokratie. Deshalb wollen wir das Engagement der Bürgerinnen und Bürger fordern und fördern. Die verantwortliche Teilhabe an einem gerechten Gemeinwesen ist der beste Weg zur Selbstverwirklichung und zu sozialer Identität. Der engagierte Bürger, der seine Fähigkeiten einbringen will und kann wird kein Untertan werden. Er will den Staat nicht vor der Nase haben, sondern an seiner Seite. Um die Teilhabe zu stärken und die Potenziale der Gesellschaft zu entfalten, braucht es beides: den aktivierenden Staat und die aktiven Bürger, die Verantwortung im Gemeinwesen übernehmen."


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Dr. Dr. h. c. Johannes Rau

Alt-Bundespräsident †

Rede beim Festakt zum fünfzigjährigen Bestehen der Bundeszentrale für politische Bildung, 23.11.2002

Rede zur Auftaktveranstaltung des Internationalen Jahrs der Freiwilligen in Deutschland, 5.12.2000, Bonn 

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Ulla Schmidt

Bundesministerin für Gesundheit

Bei der Vorstellung des bundesweiten AWO-Pilotprojekts "Pflege und Betreuung Demenzkranker in der stationären Altenhilfe", Berlin, 17.9.2009: 

"Wir müssen es schaffen, möglichst viele gesellschaftlichen Kräfte zu mobilisieren. Dazu gehören die Menschen, die sich in der Pflege freiwillig engagieren wollen. Denen, die es heute schon tun, möchte ich ausdrücklich für ihren Einsatz danken. Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement - Menschen für Menschen - , helfen sie, wo Hilfe nötig ist, entlasten Angehörige und professionelle Pflegekräfte, verbreiten bei den Pflegebedürftigen oft einfach nur Freude, hören zu. Ehrenamtliche Mitarbeiter in der Pflege sind eine Bereicherung für alle. Die Bundesregierung hat zur Stärkung des Ehrenamtes Maßnahmen ergriffen, in dem z.B. die Fördermittel für niedrig schwellige Pflegeangebote und Betreuungsangebote erhöht worden sind. Mit 50 Millionen Euro wird das bürgerschaftliche Engagement in der Pflege gestärkt. Außerdem sollen in den Pflegestützpunkten ehrenamtliche Helfer eingebunden werden; dies wird im Rahmen der Anschubfinanzierung der Pflegestützpunkte gefördert."


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Dr. Werner Schnappauf

Bayerischer Staatsminister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz

"Ehrenamtliches Engagement ist eine unverzichtbare Stütze unserer Gesellschaft. Immer deutlicher werdenden Grenzen des Sozialstaats und die wachsenden Herausforderungen des 21. Jahrhunderts verlangen regelrecht nach einem Mehr an aktiver Bürgerbeteiligung - auch und gerade in der Selbstverwaltung der Wirtschaft. Oberfranken wäre um vieles ärmer, wenn es nicht Frauen und Männer gäbe, die ihren reichen beruflichen Erfahrungsschatz, ihre Ideen, ihre Freizeit und ihre schöpferische Kraft zum Wohle der Allgemeinheit der Wirtschaft einsetzen."


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Gerhard Schröder

Bundeskanzler

Rede zum 10jährigen Jubiläum der Michael-Otto-Stiftung, 14.10.2003 (pdf-Datei, 0,01 MB)

"Die zivile Bürgergesellschaft. Anregungen zu einer Neubestimmung der Aufgaben von Staat und Gesellschaft" (Beitrag aus Frankfurter Hefte 4/2000)

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Dr. Kristina Schröder

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Gesellschaftliches Engagement stärken - Kabinett beschließt Nationale Engagementstrategie und "Aktionsplan CSR", Pressemitteilung des BMFSFJ vom 6.10.2010 :

"Wir brauchen das Engagement der Bürgerinnen und Bürger, denn diejenigen, die sich freiwillig engagieren, tragen mit ihrem Einsatz, mit ihrer Kreativität und Eigeninitiative zum Fortschritt und Zusammenhalt in unserer Gesellschaft bei. Ihre Arbeit wirkt in einem Maß solidaritätsstiftend, wie es der Staat nie organisieren könnte. Das verdient unsere ganze Unterstützung und Anerkennung! Ich freue mich daher, dass wir heute die erste Nationale Engagementstrategie in Deutschland vorlegen können. So schaffen wir es, dass in Zukunft alle Akteure und Unterstützer an einem Strang ziehen."

"Der freiwillige Einsatz der Bürgerinnen und Bürger ist eine tragende Säule unseres freiheitlichen und demokratischen Gemeinwesens und wird in Zukunft immer wichtiger werden. Wir müssen neue, innovative Lösungen für die Herausforderungen, mit denen wir zunehmend konfrontiert sind, finden. Oft entstehen solche Lösungen durch das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern. Die Bundesregierung wird dafür geeignete Foren des Austauschs fördern und im Bundesfamilienministerium eine Anlaufstelle für soziale Innovationen einrichten."

Aus "engagement macht stark",  Magazin des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE) - Ausgabe 8/2010:

"Nur wenn sich Jugendliche und Erwachsene freiwillig engagieren, werden die zukünftigen Herausforderungen, wie zum Beispiel der demografische Wandel, zu bewältigen sein. Umso wichtiger ist es, diejenigen für ihre Arbeit auszuzeichnen, die sich engagieren und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft dadurch erst möglich machen."


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Horst Seehofer

Bayerischer Ministerpräsident

Beim Festakt der Roland-Berger-Stiftung „Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement als Rückgrat der Gesellschaft weiter stärken / Im Jahrzehnt der politischen Erneuerung den Menschen Kraft für die Zukunft geben“, am 23.01.2010:

"Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement sind das Rückgrat unserer Gesellschaft. Sie spannen ein stabiles Netz über alle gesellschaftlichen Bereiche und verbinden Jung und Alt. Alle, die sich freiwillig engagieren - in Vereinen, Verbänden, caritativ oder in der Jugendarbeit, in Kirchen oder Stiftungen - geben unserer Gesellschaft und unserem Land mit ihrem Tun ein menschliches Gesicht. Deswegen fördert die Staatsregierung das Ehrenamt mit aller Kraft, wie zum Beispiel durch den Aufbau eines Landesnetzwerkes für bürgerschaftliches Engagement." 

"Wir brauchen und wir wollen ein Jahrzehnt der politischen Erneuerung in Deutschland. Das ist der feste Entschluss der christlich-liberalen Regierungskoalition ebenso wie der Bayerischen Staatsregierung. Wir werden alles tun, um die Bürgerinnen und Bürger in diesem Land zu stärken und ihnen Kraft zur Erneuerung zu geben. Denn mit ihrem Vertrauen in die eigenen Stärke, mit ihrer Kreativität, ihrem Anpacken und ihrem Fleiß gestalten sie die positive Zukunft unseres Landes."

"Familie, Bildung und Innovation - das sind die Schwerpunkte der bayerischen Politik für einen neuen Aufbruch. Wir stärken die Familien, denn Familie vermittelt Geborgenheit. Aus der Familie schöpfen wir die Kraft und den Mut für die Gestaltung unserer Zukunft. Wir stärken die Bildung, denn sie schafft Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Wir brauchen Anstrengungsbereitschaft, Bildungsfreude, kreative neue Bildungswege und lebenslanges Lernen. Und wir brauchen Innovation, denn sie schafft Arbeit und soziale Sicherheit."

"Nur wenn viele gesellschaftlichen Kräfte gemeinsam anpacken, werden wir unsere Kinder und Jugendlichen mit ihren Stärken und Fähigkeiten individuell und bestmöglich fördern können."

Zur Erstaushändigung der EhrenamtsCard des Landkreises Cham, 19.6.2009, Bad Kötzting:

„Anerkennung für ehrenamtliches Engagement darf nicht allein in Reden und Grußworten beschworen werden. Mit der neuen Ehrenamtscard des Landkreises Cham gibt es jetzt ein Instrument, das über die bloße Danksagung mit Worten hinausgeht. Die Vergünstigungen, die die Ehrenamtscard bietet, sind ein handfestes und spürbares Dankeschön für den unbezahlbaren Einsatz im Ehrenamt. Die rund 250 Empfänger der ersten Ehrenamtscards geben mit ihrem Engagement in Nachbarschaftshilfen, Selbsthilfegruppen, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden, in der Jugendarbeit, in Vereinen oder bei der Feuerwehr ihrem Landkreis ein menschliches Gesicht. Die Ehrenamtscard ist ein starkes Signal, dass den Worten der Wertschätzung auch Taten folgen."

Anlässlich eines Empfangs im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses, 16.2.2009:

"Bürgerschaftliches Engagement ist in Bayern größer als anderswo. Mehr als ein Drittel der Menschen in Bayern sind freiwillig tätig. Schätzungen gehen davon aus, dass Ehrenamtliche in Bayern jeden Monat 75 Mio. Stunden für die Allgemeinheit leisten. Dieses enorme Potenzial könnte der Staat nie und nimmer ausgleichen. Ehrenamtliches Engagement ist das Rückgrat unserer Gesellschaft.

Freiwillig und unbezahlt für eine gute Sache einzutreten, setzt Begeisterung, Motivation und Gestaltungsfreude voraus - ganz unabhängig vom Alter. Ehrenamtlich engagierte Menschen wollen ihre Kenntnisse und Erfahrungen erweitern und weitergeben, wollen Verantwortung übernehmen und zusammen mit anderen ein Projekt vorantreiben. Leistungsbereitschaft, Eigeninitiative, Verantwortungsbereitschaft und Gemeinschaftssinn - das sind Tugenden und Werte, die unsere Gesellschaft fördern und unterstützen muss. Denn all dies vielfältige Engagement stärkt den Zusammenhalt in unserem Land. Sie alle wissen, dass es die größte Freude und der größte Lohn ist, wenn man den Erfolg seiner Bemühungen sieht. Das Wissen, etwas Gutes, etwas Wichtiges geleistet zu haben, Menschen zu helfen und sogar in Notlagen beizustehen - das ist die Hauptmotivation für freiwilliges Tun. Das kann man durch Geld nicht aufwiegen. Ehrenamtlich Tätige ziehen ihren Lohn aus der Aufgabe selbst und aus dem gemeinschaftlichen Engagement für andere. Vor diesem unentgeltlichen Bemühen ziehe ich den Hut. Ich bin zutiefst dankbar, dass es so viel Bürgersinn in unserem Land gibt. Ich bin überzeugt: Jeder muss an seinem Platz, nach seinen Kräften, Verantwortung übernehmen für sich und für das Gemeinwohl. Wir alle tragen Verantwortung für die Gestaltung unserer Gesellschaft."

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Eberhard Sinner

Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister

Aus der Rede beim 5. Ehrenabend von "Zeichen setzen“, Würzburg, 30.11.2007:

"Bürgerschaftliches Engagement hat viele Gesichter. Ob in der unmittelbaren Nachbarschaft oder in der Gemeinde, ob im Verein oder in der Kirche, ob in vielfältigen privaten Initiativen, Selbsthilfegruppen oder in den großen Wohlfahrtsverbänden - überall hier finden wir gelebte Selbstverantwortung. Diese lebendige Vielfalt ist Ausdruck für eine große Bereitschaft in unserer Gesellschaft, nicht nur an sich selbst, sondern auch an seine Mitmenschen zu denken.
Über ein Drittel unserer bayerischen Bevölkerung ist bürgerschaftlich aktiv. Sehr erfreulich ist gerade auch die große Einsatzbereitschaft unserer jungen Generation: 42 % der jungen Menschen unter 24 sind in Bayern ehrenamtlich tätig. Das ist bundesweit Spitze und zeigt: in Bayern ist der gesellschaftliche Zusammenhalt größer als anderswo.
Ich bin dankbar für das großartige bürgerschaftliche Engagement jedes Einzelnen. Es kommt auf jede und auf jeden an! Unter dieses Leitmotiv hat unser neuer Ministerpräsident seine Regierungserklärung gestellt. Der Staat soll und kann nicht alles leisten. Dort, wo die Menschen Eigenverantwortung übernehmen können, sollen sie es auch so weit wie möglich tun! Jeder muss an seinem Platz, nach seinen Kräften Verantwortung übernehmen für sich und für das Gemeinwohl. Verantwortung setzt Kräfte frei. Verantwortung fordert Leistung ab. Verantwortung hilft aber gerade auch den Schwachen in unserer Gesellschaft. Sie dürfen auf unsere Solidarität vertrauen.
Freiwillig engagierte Menschen schlagen Brücken der Solidarität. Sie leben Generationengerechtigkeit und -verantwortung. Freiwilliges Engagement macht unser Land zu einem lebendigen, zukunftsfähigen Gemeinwesen! Auf ehrenamtliches Engagement kann unsere Gesellschaft nicht verzichten. Die Bayerische Staatsregierung sieht es als wichtige Gestaltungsaufgabe der Politik, die geeigneten Rahmenbedingungen für Freiwilligenarbeit sicherzustellen."

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Barbara Stamm

Präsidentin des Bayerischen Landtags

Aus der TV-Sendung "Tue Gutes und rede darüber" - das BürgerForum des Bayerischen Rundfunks, live aus Bad Tölz, 13.5.2009:

"Wir müssen uns wirklich einmal insgesamt darüber Gedanken machen und entscheiden, wie wir die Rahmenbedingungen verbessern. Das fängt schon mit bürokratischen Regelungen an. Wir müssen einfach sagen, die ehrenamtliche Arbeit bedeutet uns nicht nur als Staat, sondern als Gesellschaft viel."

Auf der Jahreshauptversammlung der Rosenheimer Aktion für das Leben, 15.5.2009:

"Angesichts der Finanzkrise zahle sich kurzfristiges Sparen nicht immer aus. Es lohne sich, in Vereine oder Ehrenamtlichkeit zu investieren". 

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Peer Steinbrück

Bundesfinanzminister

Aus der Broschüre "Zukunft gestalten - sozialen Zusammenhalt sichern", Hg.: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, April 2009 :

"Wie es richtig bleibt, dass das Ehrenamt nicht der sozialpolitische Reparaturbetrieb des Staates ist, so bleibt richtig, dass Menschen ihren Mitmenschen wirksamer helfen können, als es der bestausgestattete Sozialstaat könnte. Denn der kann Menschlichkeit nicht ersetzen. Aber der Staat kann einiges dafür tun, um ehrenamtliches Engagement zu fördern, um es an manchen Stellen überhaupt erst möglich zu machen oder doch zumindest leichter zu machen. Menschen, die sich dafür entscheiden, etwas für andere zu tun, tun das aus eigenem Antrieb, nicht, weil es vom Staat honoriert würde. Aber wenn es uns gelingt, jenen, die noch zögern, den letzten Anstoß zu geben, selber aktiv zu werden, dann wäre das ein wichtiger Erfolg für uns alle. Sie werden merken: Wenn sie etwas für andere tun, tun sie auch etwas für sich selber. Und sie tun uns allen etwas Gutes."

Als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen

Zur Einführung der Landesversicherung für Ehrenamtliche in NRW, 12.11.2004:

"Das Ehrenamt ist für immer mehr Menschen ein ganz selbstverständlicher Teil ihres Alltagslebens. In NRW setzen sich mehr als fünf Millionen Menschen freiwillig und unentgeltlich für andere und das Gemeinwohl ein. Sie leisten damit einen ganz wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Ich bin dafür sehr dankbar. Mir geht es darum, dieses Engagement ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit zu rücken und noch mehr Menschen dafür zu gewinnen, die solidarischen Kräfte in unserem Land zu stärken. Für eine menschliche und friedfertige Gesellschaft ist das ehrenamtliche Engagement unerlässlich. Es darf aber nicht zum unkalkulierbaren Risiko für den Einzelnen werden. Deshalb haben wir jetzt die letzten Versicherungslücken geschlossen."

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Christa Stewens

Bayerische Staatsministerin

Im Bundesrat,19.8.2008:

"Ehrenamtlich Tätige spenden vielen Menschen Zeit und Zuwendung, geben der Jugend Orientierung und pflegen wichtige Traditionen. Gerade in Zeiten der Globalisierung und des demographischen Wandels brauchen wir mehr denn je eine Gesellschaft, in der jeder Einzelne sich aktiv in die Gemeinschaft einbringt. Auf diese Weise entstehen soziale Netze, die den Menschen Halt, Sicherheit und ein Gefühl von Geborgenheit geben." 

Zur Vorstellung des Gutachtens zum Wert des Bürgerschaftlichen Engagements, 11.6.2008:

"Bürgerschaftliches Engagement bedeutet Teilhabe und aktive Mitgestaltung des Lebens in den Kommunen. Es stärkt und bereichert das soziale Klima in unserer Gesellschaft. Nicht zuletzt ist ehrenamtliches, freiwilliges Engagement der beste Nährboden für gute Lebensqualität und das subjektive Wohlbefinden. Neben diesen sozialen Wirkungen ist auch der ökonomische Nutzen konkret bezifferbar: Jeder einzelne in Bürgerschaftliches Engagement investierte Euro stiftet einen Nutzen von etwa sieben Euro."
"Dass sich Menschen in hohem Maße für das Gemeinwohl einbringen, ist nicht selbstverständlich. Notwendig ist eine ausgewogene Balance zwischen dem Nutzen für andere und dem Nutzen für sich selbst. Staat und Kommunen sind gemeinsam gefordert, passgenaue Rahmenbedingungen zu setzen, um dieses Engagement noch sichtbarer zu machen und ungenutzte Potentiale auszuschöpfen."

Grußwort zum Start des Landesnetzwerkes, 5.12.2003 

Rede zum Bürgerschaftlichen Engagement, Rödental, 2003 (Auszug)

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Dr. Edmund Stoiber

Bayerischer Ministerpräsident

Würdigung des Ehrenamts beim Staatsempfang, 5.6.2003 (pdf-Datei, 0,01 MB)


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Dr. Hilmar Sturm

Institut für Verbandsforschung an der TU München

Auf der Fachtagung zum Thema "Ehrenamtliches Engagement im kulturellen Bereich" im Bayerischen Landtag, 26.10.2009:

"Der größte Gegner des Ehrenamts ist heute das Internet. Jugendliche sitzen täglich bis zu drei Stunden vor dem Computer – Zeit, die für das Ehrenamt verloren ist. Vereine müssen versuchen, durch interessante Angebote die Jugendlichen zu begeistern. Vereine müssen sich eine Nische suchen, überlegen, was sie besonders macht. Wer alle ansprechen will, läuft Gefahr, am Ende niemand zu erreichen."


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Dr. Ursula von der Leyen

Bundesministerin für Arbeit und Soziales 

Gesellschaftliches Engagement stärken - Kabinett beschließt Nationale Engagementstrategie und "Aktionsplan CSR", Pressemitteilung des BMFSFJ vom 6.10.2010:

"Erfolgreiches Wirtschaften findet nicht im luftleeren Raum statt. In der vernetzten Welt des 21. Jahrhunderts können es sich Unternehmen nicht mehr leisten, auf rein kurzfristige Ziele zu setzen. Kunden und Investoren achten immer stärker auch auf soziale und ökologische Belange. Ich will, dass gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ein echter Standortfaktor für Deutschland wird. CSR können wir bundesweit noch deutlich stärker verankern, wenn Verbraucher und Investoren vergleichbare und zuverlässige Informationen darüber erhalten, welche Firmen tatsächlich nachhaltig wirtschaften. Nur so können sie verantwortliche Unternehmensführung auch beim Kauf honorieren. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen, die wenig in Öffentlichkeitsarbeit investieren, ist es enorm wichtig, dass ihr Einsatz sichtbar wird. Deswegen hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, eine solche Übersicht für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Vorgesehen ist etwa ein breit angelegtes Internetportal, wo sich Verbraucher über ökologisches und soziales Engagement von Unternehmen oder Lieferketten von Produkten informieren können. Broschüren können Auskunft geben, wie zum Beispiel Nahrungsmittel umweltgerecht in die Regale kommen oder wie Firmen Arbeitsplätze altersgerecht gestalten."

Als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Aus dem Bundeskabinett, 15.7.2009:

"23 Millionen Menschen in Deutschland engagieren sich heute schon freiwillig. Die Kraft des bürgerschaftlichen Engagements eröffnet riesige Chancen für die Zukunft unserer Gesellschaft. Wenn wir die Potenziale weiter erschließen wollen, müssen wir es den Menschen aber noch einfacher und attraktiver machen, für andere aktiv zu werden. Ich freue mich sehr, dass die Expertinnen und Experten des Nationalen Forums für Engagement und Partizipation aus Bund, Ländern und Kommunen, Verbänden und Initiativen, Wirtschaft und Wissenschaft ganz konkrete Vorschläge dazu erarbeiten. Soviel gebündelter Sachverstand ist einmalig in der Geschichte des ehrenamtlichen Engagements in Deutschland."

"Helfen macht Freude - Ehrenamtlicher Einsatz füreinander gibt der Gesellschaft ein menschliches Gesicht" (Beitrag aus Readers Digest, Februar 2007

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Dr. Guido Westerwelle

Parteivorsitzender FDP

"Bürgerschaftliches Engagement ist ein wichtiges Element einer freiheitlichen Gesellschaft. Grundlegend für dauerhafte starke demokratische Strukturen ist der unentgeltliche Einsatz persönlicher, geistiger und manueller Kreativität in der und für die Gesellschaft, verbunden mit individueller Leistungsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Pflichtgefühl. Die Liberalen treten für die Stärkung des selbstbestimmten und selbstverantworteten ehrenamtlichen Engagements der Bürger ein. Bürgerschaftliches Engagement ist nicht auf bestimmte Bereiche beschränkt. So bedarf nicht nur der soziale Bereich ehrenamtlichen Einsatzes, sondern auch die Wirtschaft. Die Selbstverwaltung der Wirtschaft kann ihre Aufgaben nur gewissenhaft wahrnehmen, wenn Unternehmerinnen und Unternehmer ehrenamtlich tätig werden. Es sind Unternehmerpersönlichkeiten gefragt, die bereit sind, ihren Erfahrungsschatz mit einzubringen und weiterzugeben. Gerade Jungunternehmer können hiervon profitieren. Die hohe Qualität des Services kann nur gehalten werden, wenn die Bereitschaft, sich in der Selbstverwaltung zu engagieren auch in Zukunft bestehen bleibt."


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Christian Wulff

Bundespräsident

Auszug aus der Weihnachtsansprache 2010:

"Zusammenhalt, Verständigung, Miteinanderauskommen: All das geschieht nicht von allein. Dafür muss man etwas tun. Unsere Gesellschaft lebt von denen, die sehen, wo sie gebraucht werden, die nicht dreimal überlegen, ob sie sich einsetzen und Verantwortung übernehmen.

Einige dieser Menschen habe ich heute Abend ins Schloss Bellevue eingeladen. Sie haben sich in diesem Jahr für andere, mit anderen gemeinsam eingesetzt. Aus unterschiedlichen Gründen und Motiven. Obwohl sie alle verschieden sind, liegt es an ihnen und an vielen anderen, die so handeln wie sie, dass unser Land zusammengehalten wird: von Solidarität und von dem gemeinsamen Füreinandereinstehen.

Der Staat kann im Rahmen seiner Möglichkeiten Menschen in Not finanziell unterstützen. Aber jemandem Mut zusprechen, jemandem auf die Schulter klopfen, jemandem die Hand reichen: Dafür braucht es Menschen, für die Menschlichkeit wichtig ist. Dafür braucht es Menschen wie sie: Menschen, die sich in der Nachbarschaft um Kinder kümmern, für die Menschen mit Behinderungen von Anfang an selbstverständlich dazugehören. Menschen, die Kranke besuchen, einfach so, weil es für sie normal ist, eine Freude und ein persönlicher Gewinn. Menschen, die sich im Verein engagieren, im Chor oder in einer Bürgerinitiative – und alle anderen wissen: Auf die ist immer Verlass. Menschen, die sich mit anderen zusammentun, um neue Ideen zu verwirklichen. Die sich für Ämter zur Verfügung stellen, weil sie sich für ihre Stadt, für unser Land, für unsere Demokratie verantwortlich fühlen.

Wer sich so engagiert, bekommt viel zurück. Ehrenamtliche leben übrigens auch länger. Unsere Gesellschaft ist frei und bunt: Wir leben in verschiedenen Lebenswelten, wir sind unterschiedlich, was unsere Herkunft angeht, unsere Religion, unsere Bildung und unsere Träume vom Glück. Damit eine Gesellschaft aus so vielfältigen Menschen Bestand hat, brauchen wir vor allen Dingen: Respekt. Respekt vor dem, der anders ist als man selbst. Und Anerkennung auch seiner Leistungen.

Respekt schon vor den Kindern und ihren Bedürfnissen. Anerkennung dessen, was ihre Mütter und Väter leisten. Respekt und Anerkennung vor der Lebensleistung der Älteren. Jeder muss spüren: Ich gehöre dazu, ich werde gebraucht.“ 


Aktualisiert am 07.09.2011 - Startseite           ▲ nach oben