Bürgerschaftliches Engagement lebt von den guten Beispielen. Leider sind diese zumeist in einzelnen, oft schwer zugänglichen Broschüren dokumentiert. Einige Bücher geben aber einen interessanten Einblick in die Praxis. Hier findet man Anregungen zur Nachahmung und zum Weiterdenken. Auch wenn manche Initiative schon nicht mehr existieren sollte, so kann ihre Idee durchaus weiterführen.
In den letzten Jahren gab es einen regelrechten Boom an Mentoring- und Patenschaftsprojekten. Beate
Ramm zeichnet ihre antiken und modernen Ursprünge nach, beispielsweise
mit einer sehr lebendigen Darstellung der wohl größten amerikanischen
Patenschaftsorganisation „Big Brothers Big Sisters“, die 1904 von dem
New Yorker Richter Ernest Coulter gegründet wurde und mittlerweile eine
Viertelmillion Kinder- und Jugendliche betreut. Zudem legt das Buch die
Grundsätze guter Patenschaftsmodelle offen und erweist anhand
ausgewählter Evaluationsstudien ihre besondere Wirksamkeit. Im letzten
Teil werden gelungene Beispiele von Patenprojekten mit Kindern und
Jugendlichen vorgestellt. Allen zu empfehlen, die vor Ort ehrenamtliche
Patenschaftsprojekte aufbauen wollen.
Viele praktische Beispiele des Bürgerengagements in guter journalistischer Aufbereitung zeigen, was Bürgerengagement alles leisten kann: Studenten geben Heimkindern Nachhilfe, unter den Händen von Bürgern verwandelt sich eine Dorfwiese in ein Fußballfeld, Schüler und Lehrer begrünen gemeinsam ihren Schulhof. Von der Planung bis zur Ausführung bleibt (fast) alles in Eigenregie der Bürger. Die 22 guten Beispiele des Buchs werden durch eine Website ergänzt, die weitere Informationen bereitstellt: www.deutschland-zum-selbermachen.de.
Der
„Wegweiser Wohnen im Alter“ gibt mit Checklisten, Expertentipps und
Verweisen auf Adressen und Websites einen Überblick über die aktuellen
Möglichkeiten des Wohnens für ältere Menschen in Deutschland. Die
beiden Autoren behandeln Fragen der altengerechten Wohnanpassung und
die Vielfalt an Hilfsmöglichkeiten für ein selbständiges Wohnen zu
Hause – angefangen bei Nachbarschaftshilfen über ambulante
Pflegedienste bis zu neuen Angeboten wie dem „Betreuten Wohnen zu
Hause“. Darüber hinaus bieten sie wertvolle Hinwese für einen ggf.
erforderlichen Umzug.
Wohnortnahe
Versorgung, gelebte Solidarität der Generationen: Der wichtigste Ort
dafür ist die Kommune. Die Bertelsmann Stiftung hat vor dem Hintergrund
des demographischen Wandels nachahmenswerte Beispiele gesammelt, wie
Städte und Gemeinden der demografischen Herausforderung begegnen.
Einleitende Aufsätze zu den rechtlichen und fachlichen Voraussetzungen
kommunaler Seniorenpolitik geben einen gut lesbaren Überblick. Die
Broschüre wird durch einen Internetauftritt begleitet, der die guten
Beispiele laufend erweitert und aktualisiert: www.demographiekonkret.aktion2050.de.
Praxisbeispiele
und Hintergrundideen der Beteiligungsinitiativen für Kinder und
Jugendliche „Projekt P – misch Dich ein“ und „Come in Contract“
dokumentiert Band 45 der Materialien-Schriftenreihe des Deutschen
Bundesjugendrings (DBJR). Information und Bestellung: www.dbjr.de/index.php?m=5&id=11&id=11&art_id=202
Viele
Menschen in der nachberuflichen Lebensphase haben Interesse, ihr Wissen
und ihre Erfahrungen an die nachkommenden Generationen weiterzugeben,
auch und gerade in den Bereichen Umweltbildung und Naturschutz. Die
Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Forschung im Alter (DGFFA) und
das Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung (ies) haben
deshalb seit 2002 Einrichtungen mit umweltbezogenen Aufgabenfeldern
dabei unterstützt und begleitet, eine generationenübergreifende
Arbeitsweise unter Einbeziehung der Potentiale Älterer zu beginnen und
weiter zu entwickeln. Die Arbeit der acht Lernwerkstätten, die sich zum
so entstandenen „Generationen-Netzwerk Umwelt“ zusammengeschlossen
haben, wird in diesem Buch ausführlich dokumentiert. Zahlreiche
Praxistipps aus den unterschiedlichen Projekten regen zur Nachahmung
an.
2006
wurde der Wettbewerb „Dorf vital“ vom Bayerischen Staatsministerium für
Landwirtschaft und Forsten gemeinsam mit dem Bayerischen Gemeindetag
ausgelobt. Die dokumentierten Ergebnisse zeigen, wie wichtig bei
Dorferneuerung und Revitalisierung der Faktor Bürgerschaftliches
Engagement zu bewerten ist. Kaum eine der prämierten Gemeinden kann
hierauf verzichten. Jedes Dorf muss gemeinsam mit seinen Bürgerinnen
und Bürgern einen eigenen Weg finden. Die Ansätze reichen vom Dorfladen
bis hin zur ökologisch effizienten Gemeinschaftsheizung. Die
Dokumentation ist kostenlos erhältlich. Bestellungen schriftlich:
Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten, Abteilung
Ländlicher Raum und Landentwicklung, Ludwigstr. 2, 80539 München oder
per E-Mail: poststelle@stmelf.bayern.de
Als lokales Modellprojekt gestartet, haben sich die Osnabrücker Integrationslotsen zum viel beachteten Muster entwickelt, wie Integration und Bürgerschaftliches Engagement verbunden werden können. Ab 2007 wird die Qualifizierung von Integrationslotsen vom Land Niedersachsen mit 500.000 € unterstützt. Die zugrunde liegende Idee ist, vor allem erfolgreiche Migrantinnen und Migranten, die einen gelungenen Integrationsprozess absolviert haben, als Multiplikatoren und Lotsen einzusetzen. Sie wenden sich zum Beispiel an Jugendliche mit Migrationshintergrund, um sie zum Schulabschluss zu motivieren. Sie helfen bei der Lehrstellensuche, unterstützen Familien in Notsituationen und bauen durch Ihre Kenntnis der deutschen Gesellschaft Brücken zu den institutionellen Unterstützungsangeboten, die oft gemieden werden oder nicht bekannt sind. Für die Ausbildung der Integrationslotsen ist ein Kursprogramm konzipiert worden, das vor allem die interkulturelle Kommunikation behandelt. Der von Astrd Dinter, Hüllye Zengin und Sofia Pain entwickelte Basislehrgang wurde vom Referat für Bildung, Sozialplanung und Integration der Stadt Osnabrück als Broschüre herausgegeben.
Die Autorinnen zeigen
innovative Wege, wie Bürgerschaftliches Engagement und
professionelle Pflege zur Unterstützung pflegender Angehöriger
kombiniert werden können. Grundlage des sehr praxisorientierten
Buches bilden Erfahrungen aus dem mehrjährigen Modellprojekt
"Pflegebegleiter". Pflegebegleiter stärken und
unterstützen freiwillig und unentgeltlich das Beziehungsnetz der
familiären Pflege und verhindern damit gesellschaftliche
Isolation und Überforderung der Angehörigen.
Pflegebegleiter sind aber mehr als praktische Helfer und
Ansprechpartner. Sie sollen auch Vorboten einer neuen Kultur des
Älterwerdens sein, die Pflegebedürftigkeit nicht aus dem
Gesichtsfeld der Gesellschaft ausgrenzt, sondern sie als
selbstverständlichen Teil des Lebens einbezieht. Deshalb liegt
ein Schwerpunkt des Buches auf dem Aspekt einer innovativen
Bildungsarbeit, die auf das Alter in all seinen Schattierungen
vorbereitet.
Das Buch ist empfehlenswert für alle, die sich
mit Pflege und Versorgung älterer Menschen befassen.
Verein Aktive Bürgerschaft:
Länderspiegel Bürgerstiftungen Fakten und Trends 2006
Als Download verfügbar unter
www.aktive-buergerschaft.de/bsi/praxis/ratgeber/index.php
Deutschland ist neben den USA in den letzten Jahren zum wichtigsten Bürgerstiftungsland geworden. Im Jahr 2006 zählte man 145 Bürgerstiftungen, von denen 103 das Gütesiegel des Bundesverbands Deutscher Stiftungen erhalten haben. 23 Bürgerstiftungen gründeten sich allein im Jahr 2005. Zehn Merkmale sollten für die Erreichung des Gütesiegels gewährleistet sein, darunter Kriterien der wirtschaftlichen und politischen Unabhängigkeit, eine breite Verankerung im lokalen Leben oder die Garantie von Transparenz und Partizipation. Der Verein Aktive Bürgerschaft (www.aktive.buergerschaft.de) und die Initiative Bürgerstiftungen (www.die-deutschen-buergerstiftungen) beraten und unterstützen Bürgerstiftungen im Aufbau. Beide vorliegenden Publikationen vermitteln einen Überblick über die derzeitige Bürgerstiftungslandschaft in kurzen Portraits.
Die Verbindung von Bürgerschaftlichem Engagement und Familienpolitik wird immer enger. Ehrenamtliche sind in Kindertagesstätten oder an Grundschulen, als Familien- oder Bildungspaten gefragt. Zusätzlich unterstützen Unternehmen und Stiftungen Bildungsproezesse. Der Dokumentationsband der gleichnamigen Tagung beschreibt nach einleitenden Referaten von Thomas Olk, Konrad Hummel und Thomas Röbke interessante Modelle der Kooperation zwischen Bürgerschaftlichem Engagement, kommunaler Familienpolitik und Firmen wie NOVARTIS, Microsoft oder Siemens.
Die Gründungswelle der Bürgerstiftungen hält an. Seit die ersten Stiftungen Mitte der 1990er Jahr gegründet wurden, hat sich ihre Zahl rasant weiterentwickelt. Über 160 gibt es mittlerweile (Stand Ende 2005) und wenn sie auch nur in wenigen Fällen bisher einen nennenswerten Kaptitalstock aufbauen konnten, so ist diese Verbreitung schon Erfolg: Christian Pfeiffer, der an der Gründung einer der ersten Stiftungen in Hannover maßgeblich beteiligt war, nennt seinen Buchbeitrag deshalb "500 mal 2 Millionen ergibt eine Milliarde". Der Band versammelt empirisch fundierte Untersuchungen zu Anspruch und Realität von Bürgerstiftungen (zum Beispiel Karin Müller) und stellt die jungen Bürgerstiftungen in die Traditonslinien der Stiftungswesens (Strachwitz), der Kommunen (Hellmann, Becker), bzw. des Corporate Citizenship (Nährlich). Abschließend wagt das Buch einen Blick über die Grenzen und untersucht die internationale Verbreitung der Bürgerstiftungsidee (Sacks, Alexeeva)
Der Band versammelt die Reiseeindrücke einer hessischen Delegation, die die Freiwilligenkultur in den USA erkundete. In den subjektiv gefärbten, informativen Berichten über Themen wie Freiwilligenagenturen, staatliche Förderung, Sport- und Feuerwehrwesen etc. treten die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen USA und Deutschland anschaulich hervor. Die hohe Engagementkultur in den USA wird dabei auch kritisch gesehen vor dem Hintergrund schwacher sozialstaatlicher Leistungen. Trotzdem bleibt beeindruckend, wie sich zum Beispiel Unternehmen in den USA engagieren, sehr oft im Verbund mit Freiwilligenagenturen. Kaum eine größere soziale und kulturelle Einrichtung kommt ohne eigenes Freiwilligenmanagement aus und das so genannte "Service Learning" ("Sich engagieren lernen") gehört zu den unverzichtbaren Selbstverständlichkeiten des Schulsystems.
Das Bundesmodellprojekt "Erfahrungswissen für Initiativen" (seit 2002) setzt sich zum Ziel, für Menschen in der nachberuflichen Phase eine neue Rollenfindung im Bürgerschaftlichen Engagement zu entwickeln, die ihrem Erfahrungswissen angemessen ist. Zentral hierfür ist die Übernahme einer Verantwortungsrolle, die mit größerer Gestaltungskraft und Verbindlichkeit als ‚herkömmliches‘ Engagement ausgestattet sein soll und zudem kreativ neue Projekte für das freiwillige Engagement erschließt. Hierzu wurde eine spezielle Ausbildung zum/zur so genannten SeniorTrainer/in entwickelt. Der Band analysiert anhand besonderer Tätigkeitsfelder - Schule/Kindergarten; Altenarbeit; Hilfe und Pflege; Kultur und Soziokultur und Neue Medien - die Möglichkeiten des Einsatzes für Freiwillige und insbesondere für SeniorTrainer/innen.
Der demografische Wandel ist in aller Munde. Was er aber konkret bedeutet, zum Beispiel für die Lebens- und Wohnsituation, dafür gibt es nur erste Modelle, die weiter ausbuchstabiert werden müssen. Vor dem Hintergrund, dass es in Zukunft mehr auf solidarische Wohnformen ankommen wird, die gegenseitige Hilfeformen integrieren und damit professionelle Pflegesysteme entlasten, zeigt das Buch eine Reihe gelungener Beispiele auf und diskutiert die Frage, welche Prozesse - von der Moderation bis zur Rechtsform - für gelungene Projekte des Wohnens im Alter hilfreich und notwendig sind.
Wer Familien dort unterstützen will, wo
sie sich nicht alleine helfen können, kann sich auf öffentliche
Angebote alleine nicht verlassen. Mehr denn je brauchen Familien ein
"sorgendes Netz" an bürgerschaftlichem Engagement,
das auch die Dienstleistungen von Kindergärten, Schulen oder
kommunalen Sozialdiensten stärker macht.
Dass und wie
Familien durch ehrenamtliche Initiativen geholfen werden kann, wird
in diesem Buch durch gute Beispiele aus der Praxis eindrucksvoll
veranschaulicht.
Ob es um Kinderbetreuung, Bildung, Gesundheit,
Nachbarschaft, Alter oder Pflege geht: Die Nachfrage ist groß,
der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, wie zahlreiche
ehrenamtliche Initiativen in Bayern beweisen. Bleibt zu hoffen, dass
solche Beispiele in vielfältiger Form weiterhin Verbreitung
finden. Im einleitenden Kapitel werden dazu die wesentlichen
politischen Eckpunkte für das Verhältnis von
Familienpolitik und Bürgerschaftlichem Engagement bestimmt. Im
Mittelpunkt steht das Subsidiaritätsprinzip, das den Vorrang der
bürgerschaftlichen Eigenverantwortung, aber auch die
Unterstützung durch die öffentliche Hand deutlich macht.
Der Leitfaden zur ehrenamtlichen Arbeit in der Kulturarbeit schlägt einen Bogen von der derzeitigen Diskussion um die Veränderungen der Formen bürgerschaftlichen Engagements über die Aufgabengebiete unentgeltlicher Arbeit bis hin zu guten praktischen Beispielen aus dem Kulturbereich. Dabei wird die Bandbreite von Einsatzmöglichkeiten vom Theater über Bibliotheken und Museen knapp herausgearbeitet. Der Leitfaden enthält zudem Tipps, wie ehrenamtliche Arbeit in die Angelegenheiten des Kulturbetriebs zu integrieren ist. Dazu gibt es Empfehlungen u.a. zu Anerkennungskultur, Qualifizierung und Absicherung. Es schließt mit Hinweisen auf wichtige Internetseiten und einer umfangreichen Literaturliste. (Bestelladresse: Kultursekretariat NRW Gütersloh; Kirchstr. 21, 3330 Gütersloh)
Schüler helfen im Tierheim,
betreuen ältere Mitbürger in der Nachbarschaft oder
besuchen Behinderte. Dies sind Projekte des Service Learnings, die -
wie zum Beispiel das Projekt "change in" in Augsburg oder
das sog. "Freiwillige Soziale Schuljahr" in
Neustadt/Aisch - auch hierzulande Fuß fassen. Ursprünglich
stammt die Idee aus den USA. Dort sind derartige Programme schon in
zwei Dritteln aller Schulen selbstverständlicher
Lerninhalt.
Beim Service Learning, häufig übersetzt als
"Verantwortungslernen", geht es zum einen darum,
Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich an einer
außerschulischen Einrichtung freiwillig zu engagieren und damit
das in der Schule erworbene Wissen sowie die eigenen Kenntnisse und
Fähigkeiten auszuprobieren und anzuwenden. Zum anderen geht es
darum, Jugendliche zu sensibilisieren für die vielfältigen
Aufgaben und Probleme in ihrer Gemeinde. Untersuchungen zeigen, dass
durch Service Learning das Verantwortungsbewusstein der Schüler
wächst. So nimmt zum Beispiel der Vandalismus im Umfeld von
Schulen ab. Nachweislich verbessern sich auch die kognitiven
Fähigkeiten und die soziale Kompetenz der Schüler.
Der
Sammelband gibt nicht nur einen Überblick über die
US-amerikanische Praxis, sondern stellt auch die Modellvorhaben vor,
die Dank des Engagements der Freudenberg-Stiftung in Deutschland
entstanden sind. Ein erster Teil beschäftigt sich mit den
Theorien, Konzepten und Ansätzen zum Thema, im zweiten Teil
werden gute Beispiele aus der Praxis vorgestellt.
Der Band bietet viele interessante Beispiele aus dem kulturellen Bereich. Über 30 Initiativen und Projekte aus folgenden Bereichen werden in kurzen Beschreibungen vorgestellt: Museen, Bibliotheken, Theater, Musik, kulturelle Bildung, Stadtfeste, Stadtentwicklung und Denkmalspflege.
Der Band umfasst viele interessante praktische Beispiele von der interkulturellen Arbeit mit Migranten über Modelle der Bürgerbeteiligung im Agenda 21-Prozess bis hin zur Arbeit von Freiwilligenagenturen. Hieraus werden Anforderungen für ein zukünftiges Kompetenzprofil für soziale Fachkräfte abgeleitet. Am Schluss stehen Vorschläge verschiedener Autoren zur Verbesserung der Rahmenbedingungen Bürgerschaftlichen Engagements.
Die
Broschüre, als offizieller Beitrag zum Internationalen Jahr der
Freiwilligen 2001 erschienen, zeigt ein große Bandbreite
ehrenamtlicher Einsatzfelder und beispielhafter Projekte in Bayern.
Hierzu gehören Projekte der Dorferneuerung genauso wie
soziokulturelle Initiativen, Selbsthilfegruppen und Initiativen der
neuen Freiwilligenkultur. Ebenso werden die klassischen Einsatzfelder
in Sport, Wirtschaft, Gewerkschaft, Justiz oder Feuerwehr
exemplarisch vorgestellt. Im Einleitungsteil wird auf die Geschichte
des Ehrenamtes in Bayern und die allgemeine Entwicklung
bürgerschaftlichen Engagements eingegangen. Abgerundet wird der
Band durch Beiträge von Alois Glück (CSU), Renate Schmidt
(SPD), Ruth Paulig (Bündnis 90/Die Grünen) und ein
Interview mit Hildegard Hamm-Brücher.
(Die Broschüre
kann gegen eine Versand- und Unkostengebühr über das
Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement bezogen werden.)
Die Hamburger
Körber-Stiftung hat sich seit Jahren darum verdient gemacht,
interessante Ideen aus den USA für das bürgerschaftliche
Engagement in Deutschland bekannt und nutzbar zu machen.
Rund 200
innovative und pragmatische Ideen, die beim seit 1998 bestehenden
Transatlantischen Ideenwettbewerb "Usable" eingereicht
wurden, werden hier vorgestellt. Bildungsprojekte, Impulse für
das Gesundheitswesen, Internet-Initiativen oder Anregungen für
das Arbeitsleben - hier liegt eine wahre Fundgrube alltagserprobter
Verbesserungsvorschläge vor. Zugleich ist aber auch ein Lesebuch
entstanden, das die Vereinigten Staaten einmal ganz anders
präsentiert: nicht nur als ein riesiges Laboratorium für
Innovationen und Ideen, sondern auch als Heimat engagierter
Bürgerinnen und Bürger.
Bestellung über Buchhandel
oder direkt bei der Körber-Stiftung unter
www.koerber-stiftung.de
Stiften ist wieder "in". Nach der Ende der 90er Jahre begonnenen Novellierung des Stiftungsrechtes gründen sich wieder deutlich mehr Stiftungen in Deutschland. Man schätzt ihre Zahl auf über 12.000. Eine besondere Variante ist die Bürgerstiftung. Hier gibt es keinen Einzelstifter, vielmehr beteiligen sich mehrere Bürger, aber auch Unternehmen am Aufkommen des Stiftungsvermögens. Bürgerstiftungen sind in der Regel lokal an die jeweilige Kommune und ihre Bürgerschaft gebunden, sie sind demokratisch verfasst und setzen sich Ziele, die vor allem das eigene soziale und kulturelle Umfeld betreffen. Der Band gibt einen Überblick über die vorhanden Stiftungen in Deutschland, die in Einzelportraits vorgestellt werden. Außerdem enthält er Praxistipps zur Gründung und Führung einer Bürgerstiftung und gibt Ausblicke auf die Situation von Bürgerstiftungen in anderen europäischen Ländern.
Der Band widmet sich vor allem der Frage, wie Kommunalpolitik wieder offener für die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern gestaltet werden kann. Dem Befund der Entfernung der Politik, ja der Politikverdrossenheit, kann nur mit einer neuen Kultur der Offenheit und Partizipation begegnet werden, die von den gewählten Politikern verlangt, mehr Gestaltungsräume zu gewähren und Entscheidungsbefugnisse abzugeben. In Bayern gibt es hier interessante Traditionen bei den moderierten Prozessen der Dorferneuerung, aber auch im Rahmen der Agenda 21. Die vorgestellten Projekte und gelungenen Beteiligungsprozesse reichen von der kommunalen Leitbildentwicklung bis hin zu Initiativen der Nachbarschaftshilfe, der Elternarbeit oder der Gesundheitsvorsorge. Im abschließenden Teil finden sich Ansprechpartner, die die Prozesse der Bürgerbeteiligung in Kommunen unterstützen.
Baden-Württemberg hat sich als Bundesland schon sehr früh zum staatlich finanzierten Ausbau von Gelegenheitsstrukturen für bürgerschaftliches Engagement bekannt. Das Bürgerland-Handbuch vermittelt neben exemplarischen Einsatzfeldern für das Ehrenamt auch einen kurzen Überblick über die vorbildhaften Initiativen des Landes, die Rahmenbedingungen für das Engagement zu verbessern (vor allem im Kapitel 6).
Aktualisiert am 12.08.2008 - Startseite ▲ nach oben