Gute Beispiele

Bürgerschaftliches Engagement lebt von den guten Beispielen. Leider sind diese zumeist in einzelnen, oft schwer zugänglichen Broschüren dokumentiert. Einige Bücher geben aber einen interessanten Einblick in die Praxis. Hier findet man Anregungen zur Nachahmung und zum Weiterdenken. Auch wenn manche Initiative schon nicht mehr existieren sollte, so kann ihre Idee durchaus weiterführen.

 

Beate Ramm: Das Tandem-Prinzip. Mentoring für Kinder und Jugendliche. Edition Körber-Stiftung, Hamburg 2009

In den letzten Jahren gab es einen regelrechten Boom an Mentoring- und Patenschaftsprojekten. Beate Ramm zeichnet ihre antiken und modernen Ursprünge nach, beispielsweise mit einer sehr lebendigen Darstellung der wohl größten amerikanischen Patenschaftsorganisation „Big Brothers Big Sisters“, die 1904 von dem New Yorker Richter Ernest Coulter gegründet wurde und mittlerweile eine Viertelmillion Kinder- und Jugendliche betreut. Zudem legt das Buch die Grundsätze guter Patenschaftsmodelle offen und erweist anhand ausgewählter Evaluationsstudien ihre besondere Wirksamkeit. Im letzten Teil werden gelungene Beispiele von Patenprojekten mit Kindern und Jugendlichen vorgestellt. Allen zu empfehlen, die vor Ort ehrenamtliche Patenschaftsprojekte aufbauen wollen.

Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement (Hg.): Deutschland zum Selbermachen. München 2007

Viele praktische Beispiele des Bürgerengagements in guter journalistischer Aufbereitung zeigen, was Bürgerengagement alles leisten kann: Studenten geben Heimkindern Nachhilfe, unter den Händen von Bürgern verwandelt sich eine Dorfwiese in ein Fußballfeld, Schüler und Lehrer begrünen gemeinsam ihren Schulhof. Von der Planung bis zur Ausführung bleibt (fast) alles in Eigenregie der Bürger. Die 22 guten Beispiele des Buchs werden durch eine Website ergänzt, die weitere Informationen bereitstellt: www.deutschland-zum-selbermachen.de.

Dieter Kreuz; Bernhard Reindl: Wegweiser Wohnen im Alter. Beuth Verlag 2007

Der „Wegweiser Wohnen im Alter“ gibt mit Checklisten, Expertentipps und Verweisen auf Adressen und Websites einen Überblick über die aktuellen Möglichkeiten des Wohnens für ältere Menschen in Deutschland. Die beiden Autoren behandeln Fragen der altengerechten Wohnanpassung und die Vielfalt an Hilfsmöglichkeiten für ein selbständiges Wohnen zu Hause – angefangen bei Nachbarschaftshilfen über ambulante Pflegedienste bis zu neuen Angeboten wie dem „Betreuten Wohnen zu Hause“. Darüber hinaus bieten sie wertvolle Hinwese für einen ggf. erforderlichen Umzug.

Bertelsmann Stiftung (Hg.): Demographie konkret – Seniorenpolitik in den Kommunen. Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2006

Wohnortnahe Versorgung, gelebte Solidarität der Generationen: Der wichtigste Ort dafür ist die Kommune. Die Bertelsmann Stiftung hat vor dem Hintergrund des demographischen Wandels nachahmenswerte Beispiele gesammelt, wie Städte und Gemeinden der demografischen Herausforderung begegnen. Einleitende Aufsätze zu den rechtlichen und fachlichen Voraussetzungen kommunaler Seniorenpolitik geben einen gut lesbaren Überblick. Die Broschüre wird durch einen Internetauftritt begleitet, der die guten Beispiele laufend erweitert und aktualisiert: www.demographiekonkret.aktion2050.de.

DBJR (Hg.): Come in Contract – Auf gleicher Augenhöhe. SR 45, 2006

Praxisbeispiele und Hintergrundideen der Beteiligungsinitiativen für Kinder und Jugendliche „Projekt P – misch Dich ein“ und „Come in Contract“ dokumentiert Band 45 der Materialien-Schriftenreihe des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR).  Information und Bestellung: www.dbjr.de/index.php?m=5&id=11&id=11&art_id=202

Claudia Olejniczak; Clemens Geißler (Hg.): Alt und Jung. Generationen in der Umweltbildung und Naturschutzarbeit. Hannover 2006

Viele Menschen in der nachberuflichen Lebensphase haben Interesse, ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die nachkommenden Generationen weiterzugeben, auch und gerade in den Bereichen Umweltbildung und Naturschutz. Die Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Forschung im Alter (DGFFA) und das Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung (ies) haben deshalb seit 2002 Einrichtungen mit umweltbezogenen Aufgabenfeldern dabei unterstützt und begleitet, eine generationenübergreifende Arbeitsweise unter Einbeziehung der Potentiale Älterer zu beginnen und weiter zu entwickeln. Die Arbeit der acht Lernwerkstätten, die sich zum so entstandenen „Generationen-Netzwerk Umwelt“ zusammengeschlossen haben, wird in diesem Buch ausführlich dokumentiert. Zahlreiche Praxistipps aus den unterschiedlichen Projekten regen zur Nachahmung an.

Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten (Hg.): Ländliche Entwicklung in Bayern – Aktionsprogramm Dorf vital

2006 wurde der Wettbewerb „Dorf vital“ vom Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten gemeinsam mit dem Bayerischen Gemeindetag ausgelobt. Die dokumentierten Ergebnisse zeigen, wie wichtig bei Dorferneuerung und Revitalisierung der Faktor Bürgerschaftliches Engagement zu bewerten ist. Kaum eine der prämierten Gemeinden kann hierauf verzichten. Jedes Dorf muss gemeinsam mit seinen Bürgerinnen und Bürgern einen eigenen Weg finden. Die Ansätze reichen vom Dorfladen bis hin zur ökologisch effizienten Gemeinschaftsheizung. Die Dokumentation ist kostenlos erhältlich. Bestellungen schriftlich: Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten, Abteilung Ländlicher Raum und Landentwicklung, Ludwigstr. 2, 80539 München oder per E-Mail: poststelle@stmelf.bayern.de

Michael Bommes, Holger Kolb (Hg.): Integrationslotsen für Stadt und Landkreis Osnabrück. Grundlagen, Evaluation und Perspektiven eines kommunalen Modellprojekts. Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien der Universität Osnabrück, IMIS-Beiträge 28/2006

Als lokales Modellprojekt gestartet, haben sich die Osnabrücker Integrationslotsen zum viel beachteten Muster entwickelt, wie Integration und Bürgerschaftliches Engagement verbunden werden können. Ab 2007 wird die Qualifizierung von Integrationslotsen vom Land Niedersachsen mit 500.000 € unterstützt. Die zugrunde liegende Idee ist, vor allem erfolgreiche Migrantinnen und Migranten, die einen gelungenen Integrationsprozess absolviert haben, als Multiplikatoren und Lotsen einzusetzen. Sie wenden sich zum Beispiel an Jugendliche mit Migrationshintergrund, um sie zum Schulabschluss zu motivieren. Sie helfen bei der Lehrstellensuche, unterstützen Familien in Notsituationen und bauen durch Ihre Kenntnis der deutschen Gesellschaft Brücken zu den institutionellen Unterstützungsangeboten, die oft gemieden werden oder nicht bekannt sind. Für die Ausbildung der Integrationslotsen ist ein Kursprogramm konzipiert worden, das vor allem die interkulturelle Kommunikation behandelt. Der von Astrd Dinter, Hüllye Zengin und Sofia Pain entwickelte Basislehrgang wurde vom Referat für Bildung, Sozialplanung und Integration der Stadt Osnabrück als Broschüre herausgegeben.

Elisabeth Bubolz-Lutz; Cornelia Kricheldorff: Freiwilliges Engagement im Pflegemix - Neue Impulse. Lambertus Verlag, Freiburg 2006

Die Autorinnen zeigen innovative Wege, wie Bürgerschaftliches Engagement und professionelle Pflege zur Unterstützung pflegender Angehöriger kombiniert werden können. Grundlage des sehr praxisorientierten Buches bilden Erfahrungen aus dem mehrjährigen Modellprojekt "Pflegebegleiter". Pflegebegleiter stärken und unterstützen freiwillig und unentgeltlich das Beziehungsnetz der familiären Pflege und verhindern damit gesellschaftliche Isolation und Überforderung der Angehörigen. Pflegebegleiter sind aber mehr als praktische Helfer und Ansprechpartner. Sie sollen auch Vorboten einer neuen Kultur des Älterwerdens sein, die Pflegebedürftigkeit nicht aus dem Gesichtsfeld der Gesellschaft ausgrenzt, sondern sie als selbstverständlichen Teil des Lebens einbezieht. Deshalb liegt ein Schwerpunkt des Buches auf dem Aspekt einer innovativen Bildungsarbeit, die auf das Alter in all seinen Schattierungen vorbereitet.
Das Buch ist empfehlenswert für alle, die sich mit Pflege und Versorgung älterer Menschen befassen.

Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V. (Hg.): Bürgerstiftungen stellen sich vor. Berlin 2006

Verein Aktive Bürgerschaft: Länderspiegel Bürgerstiftungen Fakten und Trends 2006
Als Download verfügbar unter www.aktive-buergerschaft.de/bsi/praxis/ratgeber/index.php

Deutschland ist neben den USA in den letzten Jahren zum wichtigsten Bürgerstiftungsland geworden. Im Jahr 2006 zählte man 145 Bürgerstiftungen, von denen 103 das Gütesiegel des Bundesverbands Deutscher Stiftungen erhalten haben. 23 Bürgerstiftungen gründeten sich allein im Jahr 2005. Zehn Merkmale sollten für die Erreichung des Gütesiegels gewährleistet sein, darunter Kriterien der wirtschaftlichen und politischen Unabhängigkeit, eine breite Verankerung im lokalen Leben oder die Garantie von Transparenz und Partizipation. Der Verein Aktive Bürgerschaft (www.aktive.buergerschaft.de) und die Initiative Bürgerstiftungen (www.die-deutschen-buergerstiftungen) beraten und unterstützen Bürgerstiftungen im Aufbau. Beide vorliegenden Publikationen vermitteln einen Überblick über die derzeitige Bürgerstiftungslandschaft in kurzen Portraits.

Gabriele Gerngroß-Haas: Anders leben als gewohnt. Wenn verschiedene Frauen unter ein Dach ziehen. 2005

Immer häufiger leben Frauen in Gemeinschaft mit anderen Frauen. Sie setzen auf Wahlverwandtschaft statt auf Kleinfamilie oder Seniorenresidenz; sie übernehmen soziale Verantwortung füreinander. Um Abhängigkeiten, Isolierung und Alterseinsamkeit aktiv etwas entgegenzusetzen, haben sie, jung oder alt, eine beeindruckende Vielfalt an Wohnformen entwickelt. Interessierte finden detaillierte Hinweise zur Neugründung und Planung, vom Sich-Kennenlernen bis zu Finanzierungs- und Standortfragen oder organisatorischen Rahmenstellungen. Ein umfangreicher Adressen- und Literaturanhang rundet den kompetenten Titel ab.

Bündnis für Familie (Hg.): Familien und Zivilgesellschaft. emwe-Verlag, Nürnberg 2005

Die Verbindung von Bürgerschaftlichem Engagement und Familienpolitik wird immer enger. Ehrenamtliche sind in Kindertagesstätten oder an Grundschulen, als Familien- oder Bildungspaten gefragt. Zusätzlich unterstützen Unternehmen und Stiftungen Bildungsproezesse. Der Dokumentationsband der gleichnamigen Tagung beschreibt nach einleitenden Referaten von Thomas Olk, Konrad Hummel und Thomas Röbke interessante Modelle der Kooperation zwischen Bürgerschaftlichem Engagement, kommunaler Familienpolitik und Firmen wie NOVARTIS, Microsoft oder Siemens.

Stefan Nährlich; Rupert Graf Strachwitz; Eva Maria Hinterhuber; Karin Müller (Hg.): Bürgerstiftungen in Deutschland. Bilanz und Perspektiven. VS-Verlag für Sozialwissenschaft, Wiesbaden 2005

Die Gründungswelle der Bürgerstiftungen hält an. Seit die ersten Stiftungen Mitte der 1990er Jahr gegründet wurden, hat sich ihre Zahl rasant weiterentwickelt. Über 160 gibt es mittlerweile (Stand Ende 2005) und wenn sie auch nur in wenigen Fällen bisher einen nennenswerten Kaptitalstock aufbauen konnten, so ist diese Verbreitung schon Erfolg: Christian Pfeiffer, der an der Gründung einer der ersten Stiftungen in Hannover maßgeblich beteiligt war, nennt seinen Buchbeitrag deshalb "500 mal 2 Millionen ergibt eine Milliarde". Der Band versammelt empirisch fundierte Untersuchungen zu Anspruch und Realität von Bürgerstiftungen (zum Beispiel Karin Müller) und stellt die jungen Bürgerstiftungen in die Traditonslinien der Stiftungswesens (Strachwitz), der Kommunen (Hellmann, Becker), bzw. des Corporate Citizenship (Nährlich). Abschließend wagt das Buch einen Blick über die Grenzen und untersucht die internationale Verbreitung der Bürgerstiftungsidee (Sacks, Alexeeva)

Stefan Würz (Hg.): Freiwilligenarbeit in den USA. Dokumentation Fachexkursion Mai 2004. Landesehrenamtsagentur Hessen, Frankfurt 2005

Der Band versammelt die Reiseeindrücke einer hessischen Delegation, die die Freiwilligenkultur in den USA erkundete. In den subjektiv gefärbten, informativen Berichten über Themen wie Freiwilligenagenturen, staatliche Förderung, Sport- und Feuerwehrwesen etc. treten die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen USA und Deutschland anschaulich hervor. Die hohe Engagementkultur in den USA wird dabei auch kritisch gesehen vor dem Hintergrund schwacher sozialstaatlicher Leistungen. Trotzdem bleibt beeindruckend, wie sich zum Beispiel Unternehmen in den USA engagieren, sehr oft im Verbund mit Freiwilligenagenturen. Kaum eine größere soziale und kulturelle Einrichtung kommt ohne eigenes Freiwilligenmanagement aus und das so genannte "Service Learning" ("Sich engagieren lernen") gehört zu den unverzichtbaren Selbstverständlichkeiten des Schulsystems.

Joachim Braun; Sonja Kubisch; Peter Zeman (Hg.): Erfahrungswissen und Verantwortung. Zur Rolle von SeniorTrainer/innen in ausgewählten Engagementbereichen. ISAB-Berichte aus Forschung und Praxis Nr. 89, Köln 2005

Das Bundesmodellprojekt "Erfahrungswissen für Initiativen" (seit 2002) setzt sich zum Ziel, für Menschen in der nachberuflichen Phase eine neue Rollenfindung im Bürgerschaftlichen Engagement zu entwickeln, die ihrem Erfahrungswissen angemessen ist. Zentral hierfür ist die Übernahme einer Verantwortungsrolle, die mit größerer Gestaltungskraft und Verbindlichkeit als ‚herkömmliches‘ Engagement ausgestattet sein soll und zudem kreativ neue Projekte für das freiwillige Engagement erschließt. Hierzu wurde eine spezielle Ausbildung zum/zur so genannten SeniorTrainer/in entwickelt. Der Band analysiert anhand besonderer Tätigkeitsfelder - Schule/Kindergarten; Altenarbeit; Hilfe und Pflege; Kultur und Soziokultur und Neue Medien - die Möglichkeiten des Einsatzes für Freiwillige und insbesondere für SeniorTrainer/innen.

Michael Andritzky, Thomas Hauer: Neues Wohnen im Alter – Was geht und wie es geht. 2004

Im Zentrum dieses Buches stehen erfolgreiche Praxisbeispiele, wissenschaftliche Hintergrundinformationen und Erfahrungsberichte zum Thema Wohnen im Alter: aus finanzieller, soziologischer und rechtlicher Sicht. Wie kann der mögliche Weg in eine andere Wohnzukunft konkret aussehen? Noch dominieren zwar die gewohnten Modelle des betreuten Wohnens, des Altenheims, der Seniorenresidenz und der oft anonymen Pflege. Aber es gibt bereits eine Vielzahl an Alternativen, die bei aller gemeinschaftlichen Orientierung zu sehr individuellen Lösungen führen können. Gemeinsamer Nenner ist dabei der Wunsch der Menschen, ihr Leben selbst zu bestimmen, zu organisieren und zu gestalten.

BauWohnberatung Karlsruhe; Schader-Stiftung Darmstadt (Hg.): Neues Wohnen fürs Alter. Was geht und wie es geht. Frankfurt am Main 2004

Der demografische Wandel ist in aller Munde. Was er aber konkret bedeutet, zum Beispiel für die Lebens- und Wohnsituation, dafür gibt es nur erste Modelle, die weiter ausbuchstabiert werden müssen. Vor dem Hintergrund, dass es in Zukunft mehr auf solidarische Wohnformen ankommen wird, die gegenseitige Hilfeformen integrieren und damit professionelle Pflegesysteme entlasten, zeigt das Buch eine Reihe gelungener Beispiele auf und diskutiert die Frage, welche Prozesse - von der Moderation bis zur Rechtsform - für gelungene Projekte des Wohnens im Alter hilfreich und notwendig sind.

Glück/Magel/Röbke (Hg.): Neue Netze des Bürgerschaftlichen Engagements. Stärkung der Familien durch ehrenamtliche Initiativen. Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm, München 2004

Wer Familien dort unterstützen will, wo sie sich nicht alleine helfen können, kann sich auf öffentliche Angebote alleine nicht verlassen. Mehr denn je brauchen Familien ein "sorgendes Netz" an bürgerschaftlichem Engagement, das auch die Dienstleistungen von Kindergärten, Schulen oder kommunalen Sozialdiensten stärker macht.
Dass und wie Familien durch ehrenamtliche Initiativen geholfen werden kann, wird in diesem Buch durch gute Beispiele aus der Praxis eindrucksvoll veranschaulicht.
Ob es um Kinderbetreuung, Bildung, Gesundheit, Nachbarschaft, Alter oder Pflege geht: Die Nachfrage ist groß, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, wie zahlreiche ehrenamtliche Initiativen in Bayern beweisen. Bleibt zu hoffen, dass solche Beispiele in vielfältiger Form weiterhin Verbreitung finden. Im einleitenden Kapitel werden dazu die wesentlichen politischen Eckpunkte für das Verhältnis von Familienpolitik und Bürgerschaftlichem Engagement bestimmt. Im Mittelpunkt steht das Subsidiaritätsprinzip, das den Vorrang der bürgerschaftlichen Eigenverantwortung, aber auch die Unterstützung durch die öffentliche Hand deutlich macht.

Ulrike Blumenreich: Ehrenamtlich Engagiert für Kultur. Ein Leitfaden. Kultursekretariat Gütersloh 2004 

Der Leitfaden zur ehrenamtlichen Arbeit in der Kulturarbeit schlägt einen Bogen von der derzeitigen Diskussion um die Veränderungen der Formen bürgerschaftlichen Engagements über die Aufgabengebiete unentgeltlicher Arbeit bis hin zu guten praktischen Beispielen aus dem Kulturbereich. Dabei wird die Bandbreite von Einsatzmöglichkeiten vom Theater über Bibliotheken und Museen knapp herausgearbeitet. Der Leitfaden enthält zudem Tipps, wie ehrenamtliche Arbeit in die Angelegenheiten des Kulturbetriebs zu integrieren ist. Dazu gibt es Empfehlungen u.a. zu Anerkennungskultur, Qualifizierung und Absicherung. Es schließt mit Hinweisen auf wichtige Internetseiten und einer umfangreichen Literaturliste. (Bestelladresse: Kultursekretariat NRW Gütersloh; Kirchstr. 21, 3330 Gütersloh)

Anne Sliwka; Christian Petry; Peter E. Kalb (Hg.): Durch Verantwortung lernen. Service Learning: Etwas für andere tun. Beltz Verlag, Weinheim 2004

Schüler helfen im Tierheim, betreuen ältere Mitbürger in der Nachbarschaft oder besuchen Behinderte. Dies sind Projekte des Service Learnings, die - wie zum Beispiel das Projekt "change in" in Augsburg oder das sog. "Freiwillige Soziale Schuljahr" in Neustadt/Aisch - auch hierzulande Fuß fassen. Ursprünglich stammt die Idee aus den USA. Dort sind derartige Programme schon in zwei Dritteln aller Schulen selbstverständlicher Lerninhalt.
Beim Service Learning, häufig übersetzt als "Verantwortungslernen", geht es zum einen darum, Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich an einer außerschulischen Einrichtung freiwillig zu engagieren und damit das in der Schule erworbene Wissen sowie die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten auszuprobieren und anzuwenden. Zum anderen geht es darum, Jugendliche zu sensibilisieren für die vielfältigen Aufgaben und Probleme in ihrer Gemeinde. Untersuchungen zeigen, dass durch Service Learning das Verantwortungsbewusstein der Schüler wächst. So nimmt zum Beispiel der Vandalismus im Umfeld von Schulen ab. Nachweislich verbessern sich auch die kognitiven Fähigkeiten und die soziale Kompetenz der Schüler.
Der Sammelband gibt nicht nur einen Überblick über die US-amerikanische Praxis, sondern stellt auch die Modellvorhaben vor, die Dank des Engagements der Freudenberg-Stiftung in Deutschland entstanden sind. Ein erster Teil beschäftigt sich mit den Theorien, Konzepten und Ansätzen zum Thema, im zweiten Teil werden gute Beispiele aus der Praxis vorgestellt.

Dörte Fuchs; Jutta Orth: Umzug in ein neues Leben. Wohnalternativen für die zweite Lebenshälfte. 2003

Wie will ich leben, wenn ich älter bin? Diese Frage stellen sich immer mehr Menschen. Sie wollen den Ruhestand nach eigenen Wünschen und Vorstellungen gestalten. Bekannte Wohnformen wie das Leben in Altenheimen werden immer mehr in Frage gestellt und das Versorgungsmodell »Großfamilie« gehört praktisch der Vergangenheit an. Am Beispiel realisierter Wohnkonzepte werden Alternativen für traditionelle Wohnformen vorgestellt.

Bernd Wagner; Kirsten Witt: Engagiert für Kultur. Beispiele ehrenamtlicher Arbeit im Kulturbereich.  Klartext-Verlag, Essen 2003

Der Band bietet viele interessante Beispiele aus dem kulturellen Bereich. Über 30 Initiativen und Projekte aus folgenden Bereichen werden in kurzen Beschreibungen vorgestellt: Museen, Bibliotheken, Theater, Musik, kulturelle Bildung, Stadtfeste, Stadtentwicklung und Denkmalspflege.

Kurt Möller (Hg.): Auf dem Weg in die Bürgergesellschaft. Soziale Arbeit als Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements. leske und budrich, Opladen 2002

Der Band umfasst viele interessante praktische Beispiele von der interkulturellen Arbeit mit Migranten über Modelle der Bürgerbeteiligung im Agenda 21-Prozess bis hin zur Arbeit von Freiwilligenagenturen. Hieraus werden Anforderungen für ein zukünftiges Kompetenzprofil für soziale Fachkräfte abgeleitet. Am Schluss stehen Vorschläge verschiedener Autoren zur Verbesserung der Rahmenbedingungen Bürgerschaftlichen Engagements.

Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen: Wir für uns - Bürgerschaftliches Engagement in Bayern, 2001 

Die Broschüre, als offizieller Beitrag zum Internationalen Jahr der Freiwilligen 2001 erschienen, zeigt ein große Bandbreite ehrenamtlicher Einsatzfelder und beispielhafter Projekte in Bayern. Hierzu gehören Projekte der Dorferneuerung genauso wie soziokulturelle Initiativen, Selbsthilfegruppen und Initiativen der neuen Freiwilligenkultur. Ebenso werden die klassischen Einsatzfelder in Sport, Wirtschaft, Gewerkschaft, Justiz oder Feuerwehr exemplarisch vorgestellt. Im Einleitungsteil wird auf die Geschichte des Ehrenamtes in Bayern und die allgemeine Entwicklung bürgerschaftlichen Engagements eingegangen. Abgerundet wird der Band durch Beiträge von Alois Glück (CSU), Renate Schmidt (SPD), Ruth Paulig (Bündnis 90/Die Grünen) und ein Interview mit Hildegard Hamm-Brücher.
(Die Broschüre kann gegen eine Versand- und Unkostengebühr über das Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement bezogen werden.)

Christine Brink (Hg.): Adopt an Idea! Gute Ideen aus den USA. edition Körber-Stiftung, Hamburg 2001

Die Hamburger Körber-Stiftung hat sich seit Jahren darum verdient gemacht, interessante Ideen aus den USA für das bürgerschaftliche Engagement in Deutschland bekannt und nutzbar zu machen.
Rund 200 innovative und pragmatische Ideen, die beim seit 1998 bestehenden Transatlantischen Ideenwettbewerb "Usable" eingereicht wurden, werden hier vorgestellt. Bildungsprojekte, Impulse für das Gesundheitswesen, Internet-Initiativen oder Anregungen für das Arbeitsleben - hier liegt eine wahre Fundgrube alltagserprobter Verbesserungsvorschläge vor. Zugleich ist aber auch ein Lesebuch entstanden, das die Vereinigten Staaten einmal ganz anders präsentiert: nicht nur als ein riesiges Laboratorium für Innovationen und Ideen, sondern auch als Heimat engagierter Bürgerinnen und Bürger.
Bestellung über Buchhandel oder direkt bei der Körber-Stiftung unter www.koerber-stiftung.de

Bundesverband Deutscher Stiftung: Bürgerstiftungen in Deutschland. Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V., Berlin

Stiften ist wieder "in". Nach der Ende der 90er Jahre begonnenen Novellierung des Stiftungsrechtes gründen sich wieder deutlich mehr Stiftungen in Deutschland. Man schätzt ihre Zahl auf über 12.000. Eine besondere Variante ist die Bürgerstiftung. Hier gibt es keinen Einzelstifter, vielmehr beteiligen sich mehrere Bürger, aber auch Unternehmen am Aufkommen des Stiftungsvermögens. Bürgerstiftungen sind in der Regel lokal an die jeweilige Kommune und ihre Bürgerschaft gebunden, sie sind demokratisch verfasst und setzen sich Ziele, die vor allem das eigene soziale und kulturelle Umfeld betreffen. Der Band gibt einen Überblick über die vorhanden Stiftungen in Deutschland, die in Einzelportraits vorgestellt werden. Außerdem enthält er Praxistipps zur Gründung und Führung einer Bürgerstiftung und gibt Ausblicke auf die Situation von Bürgerstiftungen in anderen europäischen Ländern.

Alois Glück; Holger Magel: Neue Wege in der Kommunalpolitik. Durch eine neue Bürger- und Sozialkultur zur Aktiven Bürgergesellschaft. Jehle, München 2000

Der Band widmet sich vor allem der Frage, wie Kommunalpolitik wieder offener für die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern gestaltet werden kann. Dem Befund der Entfernung der Politik, ja der Politikverdrossenheit, kann nur mit einer neuen Kultur der Offenheit und Partizipation begegnet werden, die von den gewählten Politikern verlangt, mehr Gestaltungsräume zu gewähren und Entscheidungsbefugnisse abzugeben. In Bayern gibt es hier interessante Traditionen bei den moderierten Prozessen der Dorferneuerung, aber auch im Rahmen der Agenda 21. Die vorgestellten Projekte und gelungenen Beteiligungsprozesse reichen von der kommunalen Leitbildentwicklung bis hin zu Initiativen der Nachbarschaftshilfe, der Elternarbeit oder der Gesundheitsvorsorge. Im abschließenden Teil finden sich Ansprechpartner, die die Prozesse der Bürgerbeteiligung in Kommunen unterstützen.

Landesregierung Baden Württemberg (Hg.): Das Bürgerland Handbuch

Baden-Württemberg hat sich als Bundesland schon sehr früh zum staatlich finanzierten Ausbau von Gelegenheitsstrukturen für bürgerschaftliches Engagement bekannt. Das Bürgerland-Handbuch vermittelt neben exemplarischen Einsatzfeldern für das Ehrenamt auch einen kurzen Überblick über die vorbildhaften Initiativen des Landes, die Rahmenbedingungen für das Engagement zu verbessern (vor allem im Kapitel 6).

Aktualisiert am 12.08.2008 - Startseite           ▲ nach oben