Vor allem durch den großen Freiwilligensurvey, der erstmals 1999 durchgeführt und in regelmäßigen Abständen wiederholt werden soll, haben wir repräsentative und bei aller Einzelkritik verlässliche empirische Daten zum freiwilligen Engagement in Deutschland. Der Survey macht aber einzelne vergleichende oder sich besonderen Zielgruppen widmende Studien nicht überflüssig. Einen guten Überblick über die wichtigsten Untersuchungen vor dem Freiwilligensurvey bieten Beher, Liebig und Rauschenbach in einer sekundäranalytischen Studie.
Mittlerweile ist
Bürgerschaftliches Engagement Gegenstand zahlreicher empirischer
Untersuchungen, die - mit unterschiedlichen Schwerpunkten - aktuelle
Entwicklungen aufzeigen. Prominentestes Beispiel ist der
Freiwilligensurvey, durchgeführt im Auftrag des BMFSFJ, dessen dritte
Erhebungswelle 2009 erscheint.
In einem „Bericht zur Lage und
den Perspektiven bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland“ hat
eine Projektgruppe des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung in
Berlin (WZB) vorhandene Untersuchungen zusammengetragen und um eigene
Analysen ergänzt. Der Bericht beschreibt zunächst, soweit es die
vorliegenden Ergebnisse ermöglichen, den Ist-Zustand und gibt einen
Überblick über die Entwicklungen und die aktuelle Situation des
Engagements in Deutschland. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem
Engagement im Kontext von Familie sowie unter den Vorzeichen des
demographischen Wandels. Vor diesem Hintergrund werden zukünftige
Arbeitsfelder und allgemeine Entwicklungstrends und -potentiale
aufgezeigt. Schließlich finden sich im Bericht auch
Handlungsempfehlungen für Akteure aus Politik, Wirtschaft,
Zivilgesellschaft und Forschung. Die Studie soll in Zukunft einmal pro
Legislaturperiode aktualisiert und veröffentlicht werden.
Unter http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/Service/Publikationen/publikationsliste,did=129162.html kann die aktuelle Version als pdf-Datei heruntergeladen bzw. die gedruckte Publikation bestellt werden.
Die wichtigste zivilgesellschaftliche Organisationsform ist hierzulande zweifellos der Verein. Fast die Hälfte aller Engagierten geben an, in einem Verein tätig zu sein. In den neuen Bundesländern hingegen musste sich eine Vereinslandschaft nach der Wende neu konstituieren. Am Beispiel der Vereine in der Stadt Dessau untersucht der Autor die demokratischen und zivilgesellschaftlichen Wirkungen, die von einer sich entwickelnden Vereinslandschaft ausgehen. Sein nüchternes Resümee: Vereine sind nicht per se integrations- und demokratiefördernd, sondern nur da, wo sie offen aktive Teilhabe einfordern und sich zivilgesellschaftlich einbringen.
Dass Jugendliche nicht nur in der Schule für das Leben lernen, erscheint als Erkenntnis nicht so neu. Neu an der soeben erschienenen Studie „Kompetenzerwerb im freiwilligen Engagement“ ist, dass erstmals die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements als Lernfeld für Jugendliche empirisch belegt werden kann. Die TU Dortmund und das Deutsche Jugendinstitut München führten über 70 Interviews mit jungen Engagierten aus Jugendverbänden, Schülervertretungen und Initiativen in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Die Studie zeigt: Wer als Jugendlicher gesellschaftliche Verantwortung durch freiwilliges Engagement übernimmt, tut dies mit großer Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsener und verfügt über größere Organisations-, Gremien- und Leitungskompetenzen.
Ausgehend von konkreten Fallbeispielen gehen die Autoren der Frage nach, wie ein geeignetes Arrangement von Unterstützungsleistungen und vom gegenseitigen Verhältnis von Haupt- und Ehrenamtlichen aussehen müsste, damit innovative Ideen des Bürgerschaftlichen Engagements erfolgreich sein können. Entstanden ist ein praktischer Leitfaden, der Hemmnisse und Stolpersteine (vor allem im Kontext hauptamtlich geführter Institutionen) aufzeigt und konstruktive Lösungen vorstellt. Dabei kommt dem Instrument des Freiwilligenmanagements besondere Bedeutung zu.
In den letzten Jahren wächst
die Zahl der Kommunen mit Bürgerhaushalten. Der Begriff bezeichnet ein
transparentes Verfahren, mit dem die politisch Verantwortlichen der
Kommune die Bürgerschaft dazu einladen, an der Aufstellung des
kommunalen Haushalts – meist des nicht durch Pflichtleistungen
festgelegten steuerbaren Bereichs – mit zusätzlichen Vorschlägen, aber
auch Einsparmöglichkeiten teilzunehmen. Ein sehr weit gediehenes Modell
existiert im Berliner Stadtbezirk Lichtenberg, der seine direkten
Beteiligungsverfahren wie Bürgerforen durch ein vorbildliches,
internet-basiertes Beteiligungssystem ergänzt hat
(www.buergerhaushalt-lichtenberg.de).
Die bisherige Praxis wurde vom
Speyerer Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung unter Leitung
von Helmut Klages evaluiert, das das Modell als prinzipiell gelungen
bewertet. Viele Lichtenberger Bürger aus allen Schichten und
Communities konnten zur aktiven Mitarbeit gewonnen werden und über ein
Haushaltsvolumen von immerhin 30 Mio. Euro mitbestimmen. Eingebaute
Verfahrensbarrieren konnten verhindern, dass sich bestimmte Lobbies mit
besonderen Anliegen durchsetzen. Verbesserungswürdig ist die
Prozessgeschwindigkeit. Das Verfahren war noch zu langatmig, so dass
viele Interessierte vorzeitig absprangen.
Zudem sollte die
Evaluation die Möglichkeit der Übertragbarkeit auf andere Berliner
Bezirke, aber auch weitere deutsche Großstädte bewerten. Wesentliches
Fazit: „Ein erfolgreicher Beteiligungsprozess ... besteht zwingend aus
den drei Bausteinen: Information der Bürgerschaft, Beteiligungsphase
und zeitnahe Rechnungslegung zur Umsetzung der Vorschläge.“ Die
Evaluation gibt es auch als Download unter www.buergerhaushalt-lichtenberg.de/site/pictures/evaluationsabschlussbericht_zum_buergerhaushalt_2007_lichtenberg.pdf
Im
Jahr 2000
beschloss die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern das sog.
Ehrenamtsgesetz, in dem vor allem die Anforderungen an einen
ehrenamtlichen Einsatz in der Kirche und die damit verbundenen
Möglichkeiten und Rechte von Ehrenamtlichen festgelegt werden. Hierzu
gehören zum Beispiel die Begleitung und Fortbildung von Ehrenamtlichen,
Auslagenersatz und Versicherungsschutz. Im Zentrum steht allerdings die
sinnvolle und gleichberechtigte Einbeziehung Ehrenamtlicher in die
mannigfaltigen Tätigkeitsfelder seelsorgerischer und sozialer Arbeit.
Die 2006 fertiggestellte Evaluation der Evangelischen Fachhochschule
Nürnberg kommt allerdings zu einem eher ernüchternden Urteil, was die
Verbreitung und Wirksamkeit des Ehrenamtsgesetzes in der Praxis
anbelangt. In getrennten Befragungen Haupt- und Ehrenamtlicher wurden
deutliche Lücken aufgedeckt, vor allem auch beträchtliche
Wahrnehmungsunterschiede von Haupt- und Ehrenamtlichen. Die
Evaluator/inn/en schlagen insbesondere vor, Tätigkeitsfelder des sog.
Neuen Ehrenamtes in der Kirche stärker auszubauen. Die Studie ist hier als
Download erhältlich.
Download
auch unter dem Stichwort Wissenschaft:
Hofmann,
Beate; Puch, Hans-Joachim; Maiwald, Markus: Evaluation des
Kirchengesetzes über den Dienst, die Begleitung und die Fortbildung von
Ehrenamtlichen in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
(Ehrenamtsgesetz EAG), Nürnberg 2006///
Nach 1999 wurde nun zum zweiten Mal
ein
Freiwilligensurvey durchgeführt. 15.000 Interviews mit Menschen
über 14 Jahren sorgen für eine verlässliche
repräsentative Grundlage. 2004 engagierten sich 36 Prozent aller
Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren freiwillig - das sind
mehr als 23,4 Millionen Menschen. Die Zahl der freiwillig Engagierten
ist im Vergleich zum ersten Freiwilligensurvey 1999 um zwei Prozent
angestiegen. Eine sehr starke Gruppe mit einer stabilen
Engagementquote von 36 Prozent stellen dabei die Jugendlichen dar.
Vor allem ist in dieser Altersgruppe auch die Bereitschaft, sich
freiwillig zu engagieren, mit 43 Prozent am höchsten. Deutlich
verändert hat sich im Vergleich zu 1999 das freiwillige
Engagement der Älteren. Sie stellen die größte
Wachstumsgruppe des freiwilligen Engagements dar. Bei den Männern
und Frauen spiegelt sich der Bewusstseinswandel in der Gesellschaft
in bezug auf die Geschlechterrollen auch im freiwilligen Engagement
wider, Männer engagieren sich zunehmend auch im Bereich
Schule/Kindergarten sowie im sozialen Bereich.
Sonderauswertungen
liefert der Survey zum Engagement Jugendlicher sowie zum Engagement
von Migranten und älteren Menschen.
Der Freiwilligensurvey steht zum Download bereit
unter: http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/Service/Publikationen/publikationen,did=73430.html
Die Druckfassung "Freiwilliges Engagement in Deutschland 1999 - 2004" ist zu bestellen unter:
http://www.vs-verlag.de/index.php;do=show/site=w/book_id=9956/sid=10795934794a374ded74ea7241195235
Projekt der Stiftung Zentrum für
Türkeistudien
im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend. Online-Publikation, 2005
(www.bmfsfj.de/Publikationen/engagementstudie-zft)>
Erstmalig
wurde 2004 ergänzend zum Freiwilligensurvey eine spezifische
Untersuchung zum Freiwilligen Engagement von Türkinnen und
Türken in Deutschland durchgeführt.
Die Ergebnisse
zeigen, dass sich das Engagement der türkeistämmigen
MigrantInnen und der deutschen Bevölkerung auf den ersten Blick
wenig unterscheiden: Auch unter dieser Migrantengruppe hat sich in
Bezug auf freiwilliges Engagement ein Wertewandel vollzogen (neben
dem Altruismus eine stärkere Betonung von Selbstverwirklichung
und Eigeninteressen). 64% der türkeistämmigen MigrantInnen
beteiligen sich aktiv in Vereinen, Verbänden, Gruppen oder
Initiativen im Vergleich zu 70% der deutschen Bevölkerung. Die
gravierenden Unterschiede liegen beim Übergang von der
Beteiligung zum Engagement: Insgesamt engagieren sich nur 10% der
Befragten über die Beteiligung hinaus. Bei den Deutschen liegt
dieser Anteil bei 36%. Mit Ausnahme des religiösen Bereichs, der
mit 29% an erster Stelle der Beteiligung der türkeistämmigen
Migranten und mit 10% an 6. Stelle der Beteiligung der deutschen
Bevölkerung liegt, unterscheiden sich die Aktivitätsfelder
von Deutschen und TürkInnen kaum. Personen mit besseren
bildungsmäßigen, beruflichen und finanziellen
Voraussetzungen übenehmen häufiger freiwillige Aufgaben als
andere.
Charakteristisch für türkeistämmige
Engagierte und Beteiligte ist jedoch, dass die Vetretung
migrationsspezifischer Interessenlagen eine große Bedeutung hat
und dass eigenethnische Organisationen für Viele der geeignete
Rahmen für diese Interessensvertretung ist. (Allerdings trifft
die weit verbreitete Meinung nicht zu, dass sich die
Migrantenselbstorganisationen in erster Linie mit dem Herkunftsland
und der Konservierung türkischer Kultur beschäftigen.
Vielmehr richten sich die Interessen auf das Aufnahmeland und das
Leben als MigrantIn in Deutschland. Mit sinkender Bedeutung des
Migrantenstatus für die Betroffenen verlagert sich das
Engagement von migrationsspezifischen zu übergreifenden Zielen
und Interessen. Zugleich scheint in denjenigen Bereichen, in denen
Deutsche und TürkInnen gemeinsame Interessen teilen, die
Beteiligung in multiethnischen und aufnahmegesellschaftlichen Gruppen
begünstigt zu werden. (z. B. berufliche Interessenvertretung,
Aktivitäten am Wohnort, Sport).
Abschließend werden in
dem Bericht einige Empfehlungen zur Engagementförderung
türkeistämmiger MigrantInnen formuliert. Ebenso wie in der
Bestandsaufnahme finden sich auch hier Analysen, die für die
deutsche Bevölkerung gleichermaßen gültig sind:
Handlungs- und Entscheidungsspielraum einräumen, bessere
finanzielle Ausstattung der Projekte (wogegen die finanzielle
Aufwandsentschädigung für die Engagierten nur eine
untergeordnete Rolle spielen), Weiterbildungsmöglichkeiten etc.
Für ein stärkeres Engagement von türkeistämmigen
MigrantInnen in deutschen Organisationen identifiziert die Studie
eine Verbesserung der Offenheit dieser Organisationen für
Zuwanderer, insbesondere eine Berücksichtigung von MigrantInnen
in Leitungsfunktionen. Wichtig ist es auch, muttersprachliche
Ansprechpartner vorzuhalten, dies öffentlichkeitswirksam zu
transportieren und auf die Zielgruppe zugeschnittene Informations-
und Kommunikationswege zu bedienen.
Der neue Freiwilligensurvey 2004 zeigt, dass der größte Zuwachs von Menschen, die sich freiwillig engagieren in der Altersgruppe zwischen 50 und 70 Jahren zu verzeichnen ist. Diese Gruppe nimmt das Buch von Gerlinde Wouters unter die Lupe. Anhand von elf ausführlichen biographischen Interviews spürt die Autorin den besonderen Motiven nach, im Dritten Lebensalter ehrenamtlich tätig zu werden. Ein wesentlicher Befund: Es kommt noch einmal zu einer bedeutenden Neuorientierung der Identität, die vor allem aus einer krisenhaften Situationen am Ende der Erwerbsarbeit hervorgeht. Das Bürgerschaftliche Engagement ist in dieser Zeit der Identitätskonstruktion ein wesentlichen Faktor der Sinnbildung, der zudem wichtige gesellschaftliche Anerkennung verschafft. Nach dem oft unfreiwilligen Verlust der Erwerbsarbeit bietet das Bürgerschaftliche Engagement neue Muster für eine gemeinnützigen Wertorientierung, die gesellschaftliche Anerkennung eigener Fähigkeiten und ist zudem Garant für eine gute soziale Vernetzung im Alter. Insofern kann man das Dritte Lebensalter auch als Experimentierfeld für "Lebensstilpioniere" verstehen, die sich jenseits der Erwerbsarbeit auf die Sinnsuche zwischen einer vita activa und vita contempletativa macht.
Zu bestellen über: Referat Gemeindecaritas,
Postfach 420,
79004 Freiburg, E-Mail: freiwilligenzentren@caritas.de
Die 39 im Deutschen Caritasverband zusammengeschlossenen
Freiwilligenzentren (FZ) bilden ein Herzstück der
Freiwilligenagenturen (FA) in Deutschland. Hervorgegangen aus einem
Modellprojekt, das seit 1995 wirksam ist, unternimmt die vorliegende
Arbeit eine empirische und inhaltliche Zwischenbilanz. Resümierend
stellen die Autoren fest, dass die FZ in hohem Maße darin
erfolgreich waren, Anlaufstellen und Entwicklungsagenturen für
Bürgerschaftliches Engagement zu bilden. Die Bindung an den
Träger ist eher lose, was auch dazu führt, dass die FA kaum
eine Rolle in der internen Organisationswicklung von
Caritas-Einrichtungen und Pfarreien im Hinblick auf ein modernes
Freiwilligenmanagement spielt. Hier sehen die Gutachter
Nachholbedarf. Vor allem die größeren und stabileren
Einrichtungen betreiben neben der Vermittlungstätigkeit
zunehmend Fortbildung und Organisationsentwicklung. Vielfach sind die
FZ aber höchst fragile Gebilde mit geringen und unsicheren
Personalkontingenten.
Dieses vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt untersucht an ausgewählten Städten (Nürnberg, Hannover, Frankfurt/Oder, Osnabrück) das freiwillige Engagement im Kulturbereich. Aus den erhobenen Befunden werden Schlüsse für die zukünftigen Ausbildungsstrategien für Kulturarbeiter und Kulturmanager gezogen.
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hg.): Freiwilliges Engagement in Deutschland - Freiwilligensurvey 1999 - Ergebnisse der Repräsentativerhebung zu Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und bürgerschaftlichem Engagement.
Der sog. Freiwilligensurvey wurde erstmals als Repräsentativerhebung der Bevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren durchgeführt. Demnach bezeichnet sich jeder Dritte der Befragten als freiwillig engagiert, und zwar in dem Sinne , dass man in Vereinen, Initiativen etc. aktiv mitmacht und dort unbezahlt oder gegen geringe Aufwandsentschädigung freiwillige Tätigkeiten für andere ausübt. Die Tätigkeitsfelder reichen vom Sport (22%) über Schule und Kindergarten (11 %), Kultur und Musik (10%) bis zu Justiz/Kriminalität (1%). Die meisten üben ihr Engagement in Vereinen oder Verbänden aus (über 50%). Die wichtigsten empirischen Befunde für Bayern finden sich unter dem Gliederungspunkt: Empirische Befunde
Der Freiwilligensurvey hat in den Diskussionen um die Höhe und die Ausprägungen des bürgerschaftlichen Engagements eine recht sichere Grundlage geschaffen. Dennoch werden seine Ergebnisse von einigen Wissenschaftlern mit guten Argumenten auch angezweifelt (zum Beispiel, was die festgestellte Größe des Engagements in der Bevölkerung betrifft, die einigen als zu hoch gegriffen scheint). Deshalb ist ein Blick auf andere empirischen Untersuchungen nicht überflüssig geworden. Einen guten Überblick gibt hier das Buch von Beher u. a. , das 43 Studien sekundäranalytisch auswertet, die zwischen 1980 und 1996 zum Ehrenamt erschienen sind, darunter auch die Europäische Länder vergleichende Studie EUROVOL von Gaskin u.a.
Erster umfangreicher Ländervergleich zur Rolle, zum Umfang und zur Verschiedenheit der Freiwilligenarbeit in Europa. Die Studie besticht vor allem wegen der jeweiligen historischen und soziologischen Vergleichsperspektive, die deutlich macht, wie bestimmte Traditionen der Demokratie oder des Sozialstaates sich in Formen und Umfang bürgerschaftlichen Engagements niederschlagen. Wünschenswert wäre sicher eine Neuauflage der Untersuchung.
Aktualisiert am 16.05.2009 - Startseite ▲ nach oben