In den letzten Jahren zeigte die Debatte um die Bürgergesellschaft, wie verflochten die Bereiche Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sind. Bürgergesellschaft steht nicht im Gegensatz zu gewinnorientiertem Wirtschaften. Es gibt durchaus Modelle, die zeigen, wie gewinnbringende Geschäftsstrategien und gemeinorientiertes Engagement zusammengehen können. Ein Stichwort hierzu heißt Corporate Citizenship. Damit ist gemeint, dass sich Unternehmen als Bürger eines Gemeinwesens definieren und in ihrem lokalen Kontext und ihren globalen Geschäftsstrategien auch so handeln. Hieraus können win-win-Situationen zwischen ethischen und gewinnorientierten Zielen entstehen. Ein Unternehmen, das sich als sozial verantwortlich darstellt, sendet damit zugleich auch ein Signal für potentielle Kunden aus.
Mittlerweile ist eine ansehnliche Infrastruktur mit Mittlerorganisationen entstanden, die zwischen Wirtschaftsunternehmen und dem gemeinnützigen Dritten Sektor Brücken des Corporate Volunteering schlagen. Der Band stellt in Einzelportraits viele regionale und bundesweit agierende Organisationen vor. Eine Einführung von Gisela Jakob, Heinz Janning und Gerd Placke ordnet das Wachstum der Mittlerorganisationen und ihren zunehmenden Erfolg in die Gesamtentwicklung des Corporate Citizenship in Deutschland ein und beschreibt Standards für ihre organisatorische und personelle Ausstattung. Mit Erscheinen des Bandes wurde die Plattform www.gute-geschaefte-macher.org eröffnet, die eine Landkarte der Mittlerorganisationen enthält.
Das Trainingshandbuch zeigt kleinen und mittleren Unternehmen Wege zu wirtschaftlichem Erfolg durch praktisch umgesetzte Unternehmensethik. Es verdeutlicht, dass es nicht unbedingt eines hohen Zeit- und Mittelaufwands bedarf, um verantwortliche Unternehmensführung im Kern der Geschäftstätigkeit zu verankern und daraus für Unternehmen und Mitarbeitern gleichermaßen einen Gewinn zu ziehen. In fünf Trainingseinheiten werden die Themen "Einführung in die Unternehmensethik", "CSR am Arbeitsplatz"," CSR und Umweltfragen", "CSR am Markt", "CSR im Gemeinwesen" behandelt; einbezogen werden dabei Erkenntnisse des EU-Pilotprojekts „Förderung der Corporate Social Responsibility in kleinen und mittleren Unternehmen“. Neben kompakten theoretischen Einführungen in die einzelnen Module stehen praktische Übungen im Vordergrund, die Unternehmen in Einzel- und Gruppenarbeiten schrittweise an eine CSR-Strategie heranführen. 12 Fallbeispiele und viele Materialien und Hinweise für die Arbeit in der Praxis ergänzen das Handbuch - zu bestellen beiwww.fofos.at.
Mit
dem vorliegenden Leitfaden versucht die Bertelsmann Stiftung, die
ursprünglich aus den Niederlanden stammende Marktplatzmethode für
Unternehmen und Gemeinnützige auch in Deutschland populär zu machen.
Auf der Erfahrungsgrundlage der Modellstandorte Frankfurt/Main, Kassel
und Jena wurde praxisnah beschrieben, wie ein Marktplatz vorzubereiten
und durchzuführen ist. Der Marktplatz bringt gemeinnützige
Organisationen und Unternehmen zusammen. Beide Seiten sollen in einem
Sucher-/Bieterverhältnis gegenseitige Vereinbarungen eingehen, die vor
allem das Corporate Citizenship kleinerer und mittlerer Unternehmen
profilieren können. Die Vereinbarungen enthalten Aufgabe und dazu
benötigten Arbeitseinsatz der Mitarbeiter. Am Ende des
Marktplatzes werden die getroffenen Vereinbarungen von einem Makler
verkündet, der die gesamte Veranstaltung moderiert. Es geht dabei nicht
um Geld, sondern um geldwerte Vorteile durch den Einsatz
Bürgerschaftlichen Engagements. Zu bestellen unter www.gute-geschaefte.org oder bei
Bertelsmann Stiftung, Carl-Bertelsmann-Str. 256, 33311 Gütersloh, Tel. 05241 81 81246.
Seit 2003 besteht in Deutschland die Möglichkeit, ein persönliches Budget im Kontext der sozialen Dienstleistungserbringung für behinderte und pflegebedürftige Menschen zu beanspruchen. (SGB IX, § 17 Abs. 2 bis 4) Diese in den skandinavischen Ländern, in Holland und Großbritannien schon weit verbreitete Form, die Nachfrage sozialer Dienstleistungen zu regeln, setzt im Prinzip auf eine Mündigkeit des handelnden, kompetenten Nutzers und wendet sich vom Modell der Fürsorge deutlich ab. Der Nutzer erhält ein persönliches Budget, mit dem er auf einem beschränkten Markt selbst bestimmen kann, welche Hilfen und Leistungen in seiner Situation einzukaufen sind. Das Persönliche Budget ist im optimalen Sinn mit einem kompetenten Case-Management gekoppelt, in dem ein erfahrener Fallmanager den Nutzern als unabhängiger Berater zur Seite steht. Diese Art, soziale Dienstleistungserbringung neu zu regeln, wird in Deutschland noch kaum nachgefragt. Sie bietet allerdings die prinzipielle Möglichkeit, marktwirtschaftliche Elemente mit verbesserten persönlichen Entscheidungsbefugnissen der Betroffenen zu kombinieren. In dieser Kombination liegt aber auch eine Gefahr, das persönliche Budget zum Sparmodell zu degradieren. Der Band diskutiert das persönliche Budget zwischen Sparzwang und Nutzerorientierung an konkreten Beispielen im europäischen Ausland und anhand von deutschen Modellprojekten, in denen das persönliche Budget erprobt wurde.
In der Diskussion um die Zukunft der Arbeitsgesellschaft bzw. in der erweiterten Perspektive einer Tätigkeitsgesellschaft, die Erwerbsarbeit, Familienarbeit und Bürgerschaftliches Engagement zusammendenkt, spielt immer wieder die Idee eines Grundeinkommens herein. Damit ist nicht nur eine ökonomische Absicherung gegenüber Arbeitslosigkeit und Armut gemeint (wie etwa im garantierten Mindesteinkommen). Viele Varianten des Grundeinkommens setzen auch ein neues gesellschaftliches Denken voraus, in dem Erwerbsarbeit nicht mehr das Lebenszentrum bildet. Durch ein Grundeinkommen könnte mehr Zeit in gemeinwesenorientierte Arbeit investiert werden. Der vorliegende Band stellt die wichtigsten theoretischen Varianten des Grundeinkommens vor und verfolgt die Geschichte dieser Idee bis auf seine Wurzeln in der frühen Neuzeit. Die Autoren definieren Grundeinkommen dabei mit einer übergreifenden Charakteristik, wonach es von einem politischen Gemeinwesen an alle Mitglieder individuell ohne Bedürftigkeitsprüfung und Gegenleistung ausbezahlt wird.
Dieser kurze
Leitfaden gibt eine Übersicht über Werkzeuge, Vorteile
sowie gute Beispiele des praktizierten Corporate Citizenship. Er
wendet sich vor allem an mittelständische Unternehmen, weil hier
das Potential für soziales Engagement besonders hoch
eingeschätzt wird. Während in den USA und Großbritannien
das aktive Engagement von Unternehmen über das traditionelle
Spendenwesen hinaus schon weit verbreitet ist (so gehören zum
Beispiel 600 Unternehmen dem britischen Netzwerk "Business in
Community" an), ist dieser Funke auf Deutschland noch nicht
recht übergesprungen. Die Vorzeigebeispiele von BMW, Betapharm
Augsburg oder Siemens finden sich auch in diesem Buch. Hervorzuheben
ist die gute Zusammenstellung der Argumente und Werkzeuge, mit denen
sich ein überzeugendes Corporate-Citizenship-Konzept umsetzen
lässt. Als Einstieg in das Thema - sowohl für
Unternehmen wie soziale Einrichtungen - geeignet.
Bestellung
unter www.upj-online.de
oder bei UPJ, Tucholskystr. 11, 10117 Berlin
Die UPJ-Bundesinitiative (Unternehmen: Partner der Jugend) hat sich seit Jahren als wichtige Informations- und Anlaufstelle rund um die Beziehungen zwischen Wirtschaft und gemeinwohlorientiertem Bereich etabliert. UPJ bietet Unternehmen, sozialen Organisationen, Politik und Verwaltung Informationen über Corporate Citizenship, gute Beispiele sozialen En
Engagement von Unternehmen, praktische Arbeitshilfen und Erfahrungen mit der Initiierung von Kooperationsprojekten. Bundesweit und regional ist UPJ Lotse durch die Jugend- und Sozialarbeit im Gemeinwesen und Mittler für neue Partnerschaften. UPJ organisiert einen Erfahrungsaustausch über Konzepte und Instrumente zur Verbesserung der Wirkungen von Corporate Citizenship. Und UPJ qualifiziert den Prozess durch Praxisforschung, Fachtagungen, Expertisen und Beratung. Die vorliegende Studie zeigt umfassend die Möglichkeiten von Kooperationen von Wirtschaft und sozialen Einrichtungen und bietet Argumente, wie die Voraussetzungen einen guter Zusammenarbeit aussehen müssen. UPJ ist auch online unter www.upj-online.de mit aktuellen Information rund ums Thema Corporate Citizenship erreichbar.
Aktualisiert am 10.12.2008 - Startseite ▲ nach oben